Daniel Faßhauer (SPD) will Bürgermeister von Habichtswald werden

Einer, der den direkten Draht zu den Bürgern sucht

Dr. Daniel Faßhauer (SPD) tritt am 1. November zur Bürgermeisterwahl in Habichtswald an. Der 30-Jährige lebt seit September in Dörnberg.
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Dr. Daniel Faßhauer (SPD) tritt am 1. November zur Bürgermeisterwahl in Habichtswald an. Der 30-Jährige lebt seit September in Dörnberg.

Er will den zweitschönsten Job gegen den schönsten tauschen. Dr. Daniel Faßhauer (SPD) ist fest entschlossen. Der 30-jährige Lehrer möchte Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald werden.

Habichtswald - Gewählt wird am 1. November. Damit sein Plan aufgeht, nutzt der gebürtige Bad Hersfelder seit Ende vergangenen Jahres jede Chance, sein Gesicht zu zeigen und mit den Habichtswaldern in Kontakt zu treten. Er besucht die Vereine, geht im Freibad schwimmen und schnuppert Feuerwehrluft. Eine Verbindung zu Habichtswald, sagt er, habe er schon länger. Seit seinem Studium in Kassel hat er die Landschaft zu Füßen des Hohen Dörnbergs bei Wanderungen und Radtouren schätzen und lieben gelernt. Die Menschen habe er schon damals als weltoffen und sympathisch empfunden. Eine Erfahrung, die sich bei seinen Haustürbesuchen während des Wahlkampfes in Ehlen und Dörnberg bestätigt habe. Viele Menschen seien mit dem Leben in ihrem Ort sehr zufrieden. „Doch ich habe in meinem Büchlein auch zehn Seiten, auf denen ich bereits einiges notiert habe“, sagt er. Das Fehlen von Gastronomie und die Beschaffenheit der Radwege zum Beispiel seien Dauerbrenner in den Gesprächen. Dass der Posten von Amtsinhaber Thomas Raue (SPD) frei werden würde, habe er vor etwa einem Jahr aus der HNA erfahren. Da hatte er zumindest gedanklich längst den Hebel umgelegt.

Faßhauer, der daheim in Bad Hersfeld als Stadtverordneter in der Kommunalpolitik aktiv ist und parallel zu seinem Job als Lehrer ein verwaltungswissenschaftliches Studium mit einem der besten Abschlüsse in Deutschland krönte, strebt einen Perspektivwechsel an – von der Legislative zur Exekutive. Er will eine Kommune vom Rathaus aus entwickeln. Habichtswald als Herzensort sei da ein ideales Betätigungsfeld. Im November 2019 nahm er Kontakt zur SPD auf und überzeugte die Genossen von sich und seinen Ideen.

Und Ideen für Habichtswald hat er einige. Die reichen vom Gründerzentrum, über einen Anschluss der Gemeinde an den Habichtswaldsteig bis hin zur Einrichtung von Bürgerhaushalten. Letztere kennt er aus Bad Hersfeld, für die Kommunen in der Region sind sie Neuland: Bürger können direkt über Teile des Haushalts entscheiden. Sie können wählen, für welches Vorhaben Geld ausgegeben werden soll. „Mir ist der direkte Kontakt zu den Bürgern wichtig“, sagt er. Deshalb wolle er im Falle seiner Wahl an den Bürgerstammtischen festhalten, mit denen er bereits im Wahlkampf mit den Habichtswaldern im Dialog steht.

Ein Thema ist für ihn die Wirtschaftsförderung. „Habichtswald ist nicht der Ort, in den große Klötze passen.“ Die Nähe zur Uni Kassel und die verkehrstechnisch günstige Lage drängten sich geradezu auf, um in landschaftlich reizvollem Umfeld ein Angebot zu etablieren, in dem Start-ups Ideen entwickeln und wachsen könnten. Überhaupt möchte er aus der unmittelbaren Nachbarschaft zu Kassel mehr Nutzen für die Menschen der Gemeinde ziehen – etwa durch den Ausbau der Gastronomie, gerne mit der Möglichkeit für Übernachtungen. Bei dieser Aufgabe sieht er sich als Wegbereiter und Strippenzieher. Sein Job sei es, „ die Rahmenbedingungen zu verbessern“.

„Habichtswald ist eine Gemeinde mit viel Potenzial, in der schon viel passiert ist.“ Doch Faßhauer sieht noch Spielräume, etwa bei der Digitalisierung der Verwaltung. Die spare Geld, erhöhe den Servicecharakter und entlaste das Personal, das sich so anderen Aufgaben widmen könne. Auch Familien will er Angebote unterbreiten. Warum nicht ein Mehrgenerationenzentrum aufbauen, in dem ältere Menschen ihre Erfahrungen an Jüngere weitergeben und Kinder die Senioren mit ihrer Fröhlichkeit begeistern?

Generationen rückten so wieder näher zusammen mit Vorteilen für alle Beteiligten. Familie schließt auch das Thema Wohnen ein – seine Position: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Allerdings müsse es für Familien, die in Habichtswald bleiben und bauen wollen, Möglichkeiten geben.

Dr. Daniel Faßhauer (30) ist in Bad Hersfeld aufgewachsen. An der Uni Kassel schloss er sein Studium für das Gymnasiallehramt mit dem Zweiten Staatsexamen ab. Er promovierte in Kassel und ist dort als Dozent im Bereich Religionspädagogik tätig. Seit 2016 ist er Studienrat an einer Gesamtschule in Bad Hersfeld, wo er die Fächer Deutsch, Religion und Schach unterrichtet. Bis 2019 absolvierte Faßhauer ein Zusatzstudium in Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie. Für die SPD sitzt er in Bad Hersfeld seit 2011 im Parlament. Er ist Mitglied der Kreissynode und gehörte sechs Jahre dem Kirchenvorstand an. Faßhauer lebt seit September in Dörnberg, er ist verlobt.

Von Antje Thon

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