Unterstützung von EU

Gemeinde Habichtswald will sich mehr für Natur- und Artenschutz einsetzen

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Dieses denkmalgeschützte Betonbauwerk an der Warme zwischen Ehlen und Dörnberg behindert den Aufstieg von Groppe und Bachneunauge. Es darf nicht abgerissen werden. Der Bachlauf kann aber so modelliert werden, dass die Wanderung von Wasserbewohnern erleichtert wird.

Habichtswald. Mehr Naturschutz und die Frage, an welchen Stellen er sich umsetzen lässt, damit beschäftigt sich derzeit die Gemeinde Habichtswald. Mögliche Gründung einer neuen Arbeitsgruppe.

Heidi Weber, neue Mitarbeiterin im Bauamt, hat in den vergangenen Wochen die Stärken und Schwächen der Kommune analysiert. In Kürze, so ihre Hoffnung, könnte eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden, die sich für die Belange von Natur- und Artenschutz einsetzen wird.

Diesem Team sollen neben Vertretern aus der Kommunalpolitik auch Mitglieder des Naturschutzbundes, Landwirte, Jagdgenossen und engagierte Privatpersonen angehören. „Hintergrund für die Initiative ist der Artenschwund“, sagt Weber.

Gründe hierfür sind vor allem die intensiv betriebene Landwirtschaft und der zunehmende Flächenverbrauch. Allerdings böten sich für die Menschen in Habichtswald auch allerhand Ansatzpunkte, um etwas zu tun für mehr Artenvielfalt.

Am Donnerstag sollen einem engen Personenkreis die Leitlinien, die der Gemeinde als zentral erscheinen, die aber nicht in Stein gemeißelt sind, präsentiert und erläutert werden. Dann könnte sich auch entscheiden, ob sich die Runde zu einer Arbeitsgruppe formieren wird.

Unterstützung von der EU

Zu den wichtigen Leitlinien gehören nach Dafürhalten Webers der Arten- und Biotopschutz in Flora-Fauna-Habitaten – dies sind die Gebiete „Warme“, „Dörnberg, Immelburg und Helfenstein“ sowie „Habichtswald und Seilerberg“, aber auch der Arten- und Biotopschutz außerhalb dieser schützenswerten Flächen.

Weitere Schwerpunkte sind unter anderem Offenland/Hecken/Grünflächen, Wald und Gewässer, aber auch die Erfolgskontrolle und Dokumentation der Entwicklung sowie das Ehrenamt und die Bürgerbeteiligung.

Am Beispiel Gewässer skizziert Weber die künftigen Aufgaben und Ansatzpunkte. So wertet sie die naturnahe Entwicklung der Warme und ihrer Nebengewässer als erstrebenswertes Ziel. Um die Durchgängigkeit des Baches zu gewährleisten, sollen an fünf Stellen Querbauwerke beseitigt werden.

Diese behindern die Wanderung von Groppe und Bachneunauge. Von der EU erwartet die Gemeinde hierfür 85.000 Euro, terminiert sind die Arbeiten für das kommende Jahr. Neben diesem Projekt gibt es nach Meinung Webers weitere Dinge, die dem Naturschutz dienlich wären.

Die Aufgaben der Arbeitsgruppe

So könnte die Kommune Ufer und Uferrandstreifen ankaufen, Müll und Ablagerungen entfernen und dafür sorgen, dass Totholz im Gewässer verbleibt, solange dies nicht den Abfluss behindere. Zudem könnten standortfremde Gehölze entnommen werden.

Aufgaben der Arbeitsgruppe könnte sein, die für Habichtswald entwickelte Konzeption zu diskutieren, einen Maßnahmenkatalog zu erstellen und eine Priorität festzulegen, welche Aufgaben als erstes angepackt werden sollen. Das zumindest ist das Ziel für dieses Jahr. Für die Umsetzung einzelner Projekte hat das Parlament einen Betrag in Höhe von 15.000 Euro zur Verfügung gestellt. Und ganz wichtig: Die Öffentlichkeit soll beim Natur- und Artenschutz eingebunden werden.

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