Sie reitet für den Verein der Islandpferdefreunde Habichtswald

Mit dem Herzenspferd zur WM: Kasselerin startet mit Kolgrímur in Berlin

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Ein gutes Team: Lea Brill tritt mit ihrem Islandpferd Kolgrímur bei der Weltmeisterschaft an. 

Lea Brill startet für den Verein der Islandpferdefreunde Habichtswald bei der WM in Berlin. Das Besondere: Die 21-Jährige hat die Qualifikation ohne Trainer geschafft.

Wenn Lea Brill zur Pferdewiese kommt, steht ihr Islandpferd Kolgrímur meist schon dort und wartet auf sie. „Er ist mein Herzenspferd“, sagt die 21-Jährige aus Kassel über ihren schwarzen Hengst. Nicht nur die Beziehung stimmt bei den beiden: Sie sind so erfolgreich, dass sie nun auf der Weltmeisterschaft im Islandpferdereiten starten, die noch bis Sonntag in Berlin stattfindet.

„Einmal bei der WM zu starten, war immer mein Traum“, sagt Brill. Dieser Traum ging jedoch schon vor zwei Jahren in Erfüllung – da ritten Kolgrímur und Brill bei der Weltmeisterschaft in den Niederlanden. Seit 2016 reitet Brill im Bundeskader sowie im Hessenkader mit.

Dass es nun noch einmal mit der Weltmeisterschaft klappt, ist für Lea Brill aus mehreren Gründen besonders. Erst einmal sei dies die letzte Möglichkeit, für die Junioren zu starten, in zwei Jahren müsse sie bei den Erwachsenen reiten. „Und dann habe ich gar keinen Trainer, wir haben uns alles selber erarbeitet“, sagt Brill und tätschelt dabei den Hals ihres Pferdes. 

Reiten ist Lea Brills Hobby

Anders als viele ihrer Reiterkollegen reite Brill nicht beruflich, sondern nur als Hobby: „Ich mache eine Ausbildung zur Krankenschwester.“ Sie ist stolz darauf, sich trotz Vollzeitjob so weit qualifiziert zu haben. „Das Wichtigste ist der Spaß. Pferde sind keine Tennisschläger.“ So üben Kolgrímur und Brill nicht nur die für Islandpferde spezielle Gangart Tölt, die sie auch bei der WM reiten werden, sondern galoppieren auch gerne durchs Gelände. „Kolgrímur ist ein toller Freund. Ich kann mich immer auf ihn verlassen“, sagt sie über den 13-jährigen Hengst. 

Die Liebe zu Pferden habe sich durch ihre Mutter entwickelt – gemeinsam haben sie acht Pferde. Mit fünf habe Brill das Reiten begonnen – dem Verein der Islandpferdefreunde Habichtswald ist sie seitdem treu geblieben und startet für diesen auch in Berlin. Mit Odinn vom Habichtswald und Oskadis vom Habichtswald treten noch zwei weitere Islandpferde bei der WM an, die ihre Kinderstube in Ehlen hatten.

Erfolg trotz Vollzeitjob und ohne Trainer

Um sich für die WM zu qualifizieren, musste Brill mehrere Turniere sowie die Deutsche Meisterschaft reiten. Dort wurde sie Dritte: „Und das, obwohl ich sogar gegen die Erwachsenen angetreten bin.“ Zwei Prüfungen wird sie auf der diesjährigen WM reiten. Beide werden ihr Bestes geben, doch der eigentliche Erfolg ist für Brill bereits die Qualifikation an sich: „Trotz Vollzeitjob und ohne Trainer so weit zu kommen, hat mich richtig gefreut.“

Um dorthin zu kommen, hieß es auch oft, zu verzichten. Während andere lange schlafen, ist Brill schon vor Arbeitsbeginn am Stall, um nach ihren Lieblingen zu sehen. Ihr Hengst kann nach der WM fünf Wochen mit anderen Pferden über die Weide toben, doch für Brill geht es direkt weiter: Am Tag nach der WM hat sie Berufsschule.

Ursprünglich habe sie einmal eine Ausbildung zur Pferdewirtin begonnen, die jedoch wieder aufgehört, da ihr dadurch der Spaß an den Pferden verloren gegangen sei. „Es ist mein Hobby und das soll es auch bleiben“, sagt sie.

Egal, mit welcher Platzierung Brill und ihr Pferd wieder zurück nach Kassel kommen, sie ist sich sicher: „Kolgrímur wird für mich sein Bestes geben.“

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