Kasseler Imkerverein

23-jähriger Imker hat mehr als 100.000 Bienen in seiner Obhut

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Frischer geht’s nicht: Der Vorsitzende des Kasseler Imkervereins, Lucas Pfannkuche, hat auch im Garten seiner Eltern in Dörnberg einige Bienenkästen. Dort stehen außerdem sogar noch zwei traditionelle Bienenkörbe, mit denen er imkert. 

Kassel/Dörnberg. Der 23-Jährige Lucas Pfannekuche ist Vorsitzender des Kasseler Imkervereins. In seinem Garten hat er mehr als 100.000 Bienen.  

Wer an der Straße Kasseler Hof in Dörnberg entlang geht und einen jungen Mann im weißen Anzug und einem rauchenden Blasebalg in der Hand sieht, der kann sicher sein: Es ist der 23-jährige Vorsitzende des Kasseler Imkervereins, Lucas Pfannkuche. Im Garten seiner Eltern hat er drei Bienenkästen und zwei Bienenkörbe. 

Und in denen geht es richtig rund. Denn Pfannkuche ist Chef einer richtigen Honigwerkstatt – und zwar einer fleißigen. „In jedem Kasten leben anfangs etwa 8000 bis 10 000 Bienen. Die vermehren sich dann stetig und produzieren pro Jahr etwa 50 Kilogramm Honig“, sagt er.

Und wie funktioniert das? „Die Bienen fliegen in einem Umkreis von drei Kilometern die Blumen an und saugen den Nektar aus den Blüten“, erklärt Pfannkuche. Anschließend kehren sie in den 36 Grad warmen Kasten zurück. Dort bauen andere Bienen bereits Waben in vorgefertigte Holzrähmchen. Das Wachs dafür schwitzen sie über Drüsen aus. Die Verarbeitung des Honigs im Körper der Biene ist sehr komplex: Dem Nektar wird das Wasser entzogen und durch Enzyme gespalten. Die Biene scheidet in eine Honigzelle aus und versiegelt diese.

Die ganze Arbeit sei so anstrengend, dass eine Arbeiterbiene in der Sommersaison nur rund sechs Wochen überlebe. Nur eine, die hat einen Sonderstatus. Sie ist größer, wird besonders von ihrem Hofstaat gefüttert und lebt bis zu fünf Jahre: Es ist die Königin. „Die erkennt man immer gut, denn alle Arbeiterinnen weichen ihr im Brutraum aus“, sagt Pfannkuche. Kein Wunder, denn sie ist schließlich die Einzige, die für Nachwuchs sorgen kann.

Drohnen sind harmlos

Wer die nächste Königin des Volkes wird, entscheidet sich bereits, wenn die Biene noch eine Made ist. Die Zukünftige werde in ihrer Brutzelle durch ihre Arbeiterinnen nämlich bereits besonders gut gefüttert. „Begattet wird allerdings nur außerhalb des Kastens“, sagt der Imker. Und zwar durch eine Drohne. „Das sind die männlichen Bienen. Die sind harmlos, weil sie keinen Stachel haben.“ Das mit dem Stechen sei nämlich schon so eine Sache, sagt Pfannkuche. Wie oft ihm das bislang passiert ist, könne er nicht mehr zählen. „Das muss man als Imker eben in Kauf nehmen.“

Damit seine Bienenvölker nicht allzu empört sind, wenn Pfannkuche den Honig erntet, benutzt er einen Smoker. „Damit puste ich Rauch an die Waben, dann sind die Bienen ruhiger.“

Kein Honigesser

Pfannkuche hat neben seinen Völkern im Garten seiner Eltern noch weitere Bienenkästen etwas abseits von Dörnberg und in Kassel an den Messehallen. Er selbst sei gar nicht so der Honigesser. „Für mich sind das Haustiere, die mir wirklich wichtig sind“, sagt er. Und wer kann schon von sich behaupten, dass er mehr als hunderttausend Haustiere hat?

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