Corona-Pandemie hat Lieferprobleme verstärkt

Impfstoffe sind auch im Wolfhager Land knapp

Auch in der Apotheke am Habichtswald gibt es immer wieder Engpässe bei Arzneimitteln und Impfstoffen: Marco Diestelmann, Inhaber der Apotheke, zeigt knapp gewordenes Blutdruckmittel Nebivolol.
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Auch in der Apotheke am Habichtswald gibt es immer wieder Engpässe bei Arzneimitteln und Impfstoffen: Marco Diestelmann, Inhaber der Apotheke, zeigt knapp gewordenes Blutdruckmittel Nebivolol.

Seit Monaten gibt es nach Angaben des Deutschen Apothekerverbandes immer wieder Engpässe bei Impfstoffen und Arzneimitteln.

Wolfhager Land – Das gilt auch für das Wolfhager Land. Marco Diestelmann, Inhaber der Apotheke am Habichtswald, kann dies nur bestätigen.

Dass es Lieferprobleme gibt, sei kein neues Phänomen. Die Corona-Pandemie habe das Ganze allerdings verstärkt. „Es wurden Hamsterkäufe gemacht, Lieferketten unterbrochen und teilweise die Produktion einiger Mittel eingestellt“, so der Apotheker. Denn viele Arzneimittel werden im Ausland produziert, insbesondere in Fernost. Oft auch nur die Grundstoffe, die für die Herstellung von Arzneien hierzulande benötigt werden. Die Engpässe seien allerdings nicht immer erklärbar, und auch die Medien spielten dabei eine große Rolle, so Diestelmann. „Während der Corona-Pandemie ging ein Gerücht herum, dass das Schmerzmittel Ibuprofen den Verlauf der neuen Viruserkrankung verschlimmert. Aus diesem Grund wurde dann vermehrt Paracetamol statt Ibuprofen gekauft. Das hatte zur Folge, dass Paracetamol teilweise knapp war. Dieses Gerücht stellte sich aber Tage später als falsch heraus“, sagt der Apotheker. Auch Claudia Flohr-Schaible, Inhaberin der Rosen-Apotheke in Wolfhagen, erklärt, dass Corona die Engpässe verstärkt habe. „Man findet oft eine Lösung, wenn ein Mittel gerade knapp ist. Man kann nach Absprache mit dem Arzt auf andere Stärken ausweichen und die Dosierung entsprechend anpassen oder Therapien auf andere Wirkstoffe umstellen“, so Flohr-Schaible. Bei Impfstoffen sei das aber schwieriger.

Nach Angaben von Marco Diestelmann war zeitweise auch der Blutdrucksenker Nebivolol von den Engpässen betroffen.

Dr. Dirk Wetzel, einer der drei Ärzte der Gemeinschaftspraxis Zierenberg, bietet wegen der hohen Nachfrage nach der Grippeschutzimpfung im Oktober und November samstags zusätzliche Termine an, bei denen er und sein Team Patienten gegen das Influenzavirus impft. Allerdings wird nur geimpft, wer sich vorher angemeldet hat. (Clara Pinto)

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