Mysteriöses Vogelsterben

Krähen und eine Ringeltaube sind in Ehlen tot vom Dach gefallen

Die Ehlenerin fand die Krähe tot im Kiesbeet vor dem Haus. Der Vogel wies keine äußeren Verletzungen auf.
+
Die Ehlenerin fand die Krähe tot im Kiesbeet vor dem Haus. Der Vogel wies keine äußeren Verletzungen auf.

Ein mysteriöses Vogelsterben gibt in Ehlen Rätsel auf und wird derzeit auf Facebook heftig diskutiert. Schon im zweiten Jahr stürzen bei Gabi Hecker in Ehlen Krähen und Tauben tot vom Dach.

Habichtswald – „Letztes Jahr ist es zum ersten Mal passiert. Da sind an einem Tag zwei Krähen heruntergefallen und am nächsten Tag wieder eine“, berichtet die Ehlenerin. Die Tiere hätten keine äußerlichen Verletzungen aufgewiesen.

In diesem Jahr passierte es wieder. Diesmal war auch eine Ringeltaube dabei. „Das Tier ist auf Beton gefallen und blutete durch den Aufprall stark.“ Was Gabi Hecker merkwürdig fand: „Das Blut war total dick und glibberig.“ Sie ist ratlos und hat keine Idee, was die Ursache sein könnte. Die Vorfälle hätten ihr sehr leidgetan, da sie Vögel mag und diese auch füttere.

Die Ehlenerin fand die Krähe tot im Kiesbeet vor dem Haus. Der Vogel wies keine äußeren Verletzungen auf.

Ohne den Vogel untersucht zu haben kann die Klinik für Vögel an der Uni Gießen nicht weiterhelfen. „Das kann viele Ursachen haben“, erklärt deren Leiter, Prof. Dr. Michel Lierz. Als Beispiele nennt er Krankheiten, Vergiftung und einen Stromschlag. Es gebe auch Fälle, in denen auf Vögel geschossen werde. Rattengift sei es vermutlich nicht, da bei dem Vogel wohl nach den Beschreibungen Gabi Heckers das Blut dick gewesen und damit geronnen sei. Dies sei nicht ungewöhnlich und könne unmittelbar nach dem Tod des Vogels der Fall sein. Bei Rattengift gerinne es nicht. Der Vogelexperte rät dringend, das Veterinäramt und die Polizei zu kontaktieren, wenn erneut ein Fall auftritt. Der Vogel müsse dann untersucht werden.

Auch beim Naturschutzbund (Nabu) schüttelt man auf Anfrage mit dem Kopf. Derzeit grassierten Vogelkrankheiten, vielleicht sei das eine Möglichkeit, so ein Sprecher.

Gabi Hecker

Dies zieht auch Stefanie Wittich-Vogel vom Kreisbauernverband in Betracht, ebenso wie eine Vergiftung. Ein Zusammenhang mit der Landwirtschaft sei unwahrscheinlich. Die Nagerbekämpfung der Landwirte wäre streng reglementiert. Gift gegen Mäuse und Ratten werde in sogenannten Köderboxen ausgelegt, damit nicht versehentlich andere Tiere die Substanz aufnehmen könnten oder aber tief mit einem Gerät in Mäuselöcher eingelegt. Eine Mäuseplage gebe es in diesem Jahr ohnehin nicht, sagt Wittich-Vogel. Saatgut, das mit Pflanzenschutzmittel behandelt werde, sei zum einen für andere Organismen unschädlich und zum anderen schon im Herbst in die Erde gekommen und aufgegangen.

Ein Nutzer auf Facebook berichtete davon, dass sein Hund jetzt in Ehlen einen Giftköder aufgenommen habe und in der Tierklinik behandelt werden musste. Ob ein Zusammenhang mit den toten Vögeln besteht, ist derzeit offen. Falls es weitere Fälle dieser Art in der Gemeinde Habichtswald geben sollte, bittet die Polizei in Wolfhagen um Hinweise unter 05692/9829-0. (Bea Ricken)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.