Im Sommer zieht Leben ein

KVK errichten in Ehlen barrierefreie Wohnanlage

In Ehlen wird eine moderne Wohnanlage errichtet. Bauherr sind die Kommunalen Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck.
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Fertigstellung der Wohnanlage verzögert sich: Statt Frühjahr wird es nun Sommer 2022. Neben Wohnungen bauen die Kommunalen Versorgungskassen in Ehlen für den ASB eine Tagespflege, Praxis- und Gewerberäume.

Die Kommunalen Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK) investieren mehrere Millionen Euro in eine Wohnanlage. Im Sommer nächsten Jahres soll sie fertig sein.

Ehlen – Seit Monaten wächst der aus vier Gebäuden bestehende Komplex auf der Fläche zwischen Kasseler Straße und Warmetalstraße in Ehlen in die Höhe. Schon jetzt deutet sich an, dass die Dachfirste die benachbarte Bebauung knapp überragen werden. Aber um allen Nutzergruppen auf dem Grundstück, auf dem früher einmal der Bauhof der Gemeinde Habichtswald zuhause war und das zuletzt vor sich hingammelte, Raum zu geben, wurde jeder Zentimeter in die Planung einbezogen.

Investor der Wohnanlage sind die KVK. Ziel ihres Engagements in Habichtswald und weiteren nordhessischen Kommunen ist es unter anderem, Renditen zu erwirtschaften. Die kommen dann ihren Mitgliedern, bei ihnen handelt es sich um Angestellte des Öffentlichen Dienstes, in Form von Zusatzversorgungen, zugute.

In Ehlen bauen die KVK 20 barrierefreie Wohnungen, die sich auf alle vier Häuser verteilen und die für neun Euro pro Quadratmeter vermietet werden sollen. Daneben entsteht eine Tagespflege des ASB, mit ihren 18 Plätzen wird sie die größte Einrichtung dieser Art sein, die die Organisation in Nordhessen betreibt. Der ASB möchte vom Standort in Ehlen aus eine ambulante Pflege, einen Menüservice und ein Hausnotrufsystem anbieten. In den beiden Gebäuden direkt an der B 251 sollen eine Ergotherapie, eine Arztpraxis und eine Bäckerei mit Café unterkommen. Für Arztpraxis und Café stehen die KVK noch in Verhandlungen mit möglichen Interessenten, sagt Sandra Bergmann, Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste/Immobilienmanagement.

Den ursprünglich für das kommende Frühjahr angekündigten Fertigstellungstermin wird der Unternehmensverbund nicht halten können. Hauptgrund sei der allgegenwärtige Lieferengpass, sagt Bergmann. So seien Holz und Material für die Wärmedämmung schwer zu bekommen und auch deutlich teurer geworden. Hinzu komme, dass sämtliche Handwerksbetriebe gut ausgelastet seien. Bei den Ausschreibungen für die Gewerke gute Ergebnisse zu erzielen und Firmen zu finden, die zu einem akzeptablen Preis zeitnah Leistung ablieferten, sei schon eine Herausforderung. Die Fertigstellung der Anlage ist nun für Sommer nächsten Jahres vorgesehen.

Die angespannte Lage in der Branche habe die Investition um 20 Prozent in die Höhe getrieben, sagt Bergmann. Vor Baubeginn habe man mit Kosten irgendwo in Höhe von 4,5 bis fünf Millionen Euro gerechnet. Doch die aktuelle Entwicklung hindere die KVK nicht an ihren Ambitionen, auch weiterhin in Nordhessen zu investieren. „Wir bekommen wöchentlich Anfragen aus Kommunen“, sagt die Immobilienmanagerin. Erst Anfang Oktober habe der Verbund in Fuldabrück 29 barrierefreie Wohneinheiten fertiggestellt, die von der Awo betrieben werden. Gleichzeitig habe die KVK im selben Monat in der Gemeinde Niedenstein mit dem Bau weiterer 29 Wohnungen begonnen. Partnerin ist auch hier die Awo. Weitere Vorhaben seien in Planung.

Derzeit erfolgen in Ehlen die letzten Arbeiten am Rohbau. Im Januar beginnt der Innenausbau. Drei Monate vor Abschluss des Projekts schließe die KVK mit den Mietern die Verträge. Es werde eine Liste geführt, auf der schon einige Namen stünden, für die sich Interessenten aber auch noch melden könnten. „Die meisten Anfragen kommen tatsächlich aus Habichtswald“, so Bergmann. Aber das passe auch gut ins Konzept der KVK, die etwas dafür tun wollen, dass Menschen auch im Alter in ihren Heimatorten bleiben können.

Mehr als 900 Wohnungen in Nord- und Osthessen

Die Kommunalen Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK) sind ein Zusammenschluss dreier Körperschaften des öffentlichen Rechts, die als Versorgungskasse, Zusatzversorgungskasse oder Sterbekasse tätig sind. Die KVK Zusatzversorgungskasse stellt die betriebliche Altersversorgung von 60 000 Arbeitnehmern im kommunalen Öffentlichen Dienst in Nord- und Osthessen sicher. Mit ihrem Versicherungsvermögen sorgt sie für die Betriebsrenten von 30 000 Rentnern.

Ein Teil des Vermögens legt die KVK in Gebäudeeigentum mit Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten an. Derzeit verfügt sie über mehr als 900 Mieteinheiten vorwiegend in Nord- und Osthessen. Der Bestand soll weiter ausgebaut werden. Zur Philosophie des Versorgers gehört, das in der Region aufgebrachte Kassenvermögen im Bereich der Immobilien auch wieder in der Region zu investieren. (Antje Thon)

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