Hessenforst will bei Waldarbeiten künftig Rücksicht nehmen

Langläufer verärgert über zerstörte Loipen im Habichtswald

Ärgert sich über zerstörte Loipen: Langläufer Andreas Kraechter fährt seit 30 Jahren im Habichtswald.

Kassel. Das Wetter lässt die Herzen der Langläufer höher schlagen. Und so sind in diesen Tagen Hunderte auf ihren Skiern im Habichtswald unterwegs.

Getrübt wird die Winterfreude durch zerfahrene Loipen. Mitarbeiter von Hessenforst haben bei Waldarbeiten einige Spuren beschädigt, was die Sturzgefahr erhöht. Hessenforst will den Beschwerden nachgehen und verspricht, auf die Nöte der Wintersportler einzugehen. Andreas Kraechter ist passionierter Langläufer. Seit über 30 Jahren fährt er am Hohen Gras. Als er vor einigen Tagen seine Runden drehte, war er verärgert. An vielen Stellen waren die Loipen durch Traktor- und Geländewagenspuren zerstört. Auch am Donnerstag war das Bild nicht anders: Teilweise wurden die Loipen nur kurz durch Reifenspuren unterbrochen, teilweise führen sie aber direkt auf den Loipen entlang, sodass diese kaum mehr zu erkennen sind.

„Das ist gefährlich. Denn gerade ungeübte Langläufer vertrauen auf die Loipen“, sagt Kraechter. Auf abschüssigen Strecken seien Stürze programmiert. „Da stelle ich mir die Frage, wer bei Unfällen haftet“, sagt der Sportler.

Er habe Verständnis dafür, dass Hessenforst während der Frostperiode das Holz aus dem Wald holen wolle, um den Boden zu schonen. „Aber vielleicht kann man die Waldarbeiten in den zwei bis drei Wochen, in denen Langlauf möglich ist, einschränken“, sagt Kraechter.

Jeden Tag vier Stunden unterwegs: Bobby Thiel, Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald, ist derzeit täglich vier Stunden damit beschäftigt, die Loipen am Hohen Gras zu erneuern. Fotos: Ludwig

Bobby Thiel, Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald, ist aktuell jeden Tag damit beschäftigt, die Loipen zu erneuern. Vier Stunden braucht er, um das insgesamt etwa 20 Kilometer lange Loipennetz (drei Strecken) zu spuren. An den Wochenenden macht er das zwei Mal täglich.

Für Jürgen Depenbrock, Geschäftsführer des Naturparks, sind die Beschwerden der Langläufer nicht neu: „Es ist jedes Jahr das Gleiche und wir kriegen immer den Ärger ab.“ Er habe bereits mit Hessenforst über die Probleme gesprochen und gebeten, Baumfällarbeiten rechtzeitig mitzuteilen. „Dann können wir Umleitungen der Loipen planen“, sagt Depenbrock. Er habe eine Entschuldigung vom Hessenforst erhalten.

„Normalerweise nehmen wir auf die Loipen Rücksicht“, sagt Theodor Arend vom zuständigen Forstamt Wolfhagen. Er wolle seine Mitarbeiter noch einmal sensibilisieren.

„Wir wollen ja, dass die Leute in der Loipe bleiben und nicht abseits fahren, damit die Tiere im Wald ihre Ruhe haben, die sie im Winter brauchen“, sagt Arend. Die Waldarbeiten könnten in diesen Tagen aber nicht ruhen. „Die frostigen Böden sind optimal für die Rückearbeiten. So können wir das Holz auf bodenschonenste Art aus dem Wald holen.“

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