Beifahrer starb

Tödlicher Unfall bei Ehlen: Freiheitsstrafe für 43-jährigen Fahrer

Ein 43 Jahre alter Mann aus Kassel ist gestern vor dem Amtsgericht Kassel wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte bei Habichtswald-Ehlen einen folgenschweren Unfall verursacht, bei dem sein Beifahrer getötet wurde.
+
Bei diesem folgenschweren Unfall bei Habichtswald-Ehlen wurde der Beifahrer getötet.

Nach einem tödlichen Unfall im Kreis Kassel im vergangenen Jahr, ist der Fahrer vor dem Amtsgericht Kassel wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden.

Kassel – Ein 43 Jahre alter Mann aus Kassel ist vor dem Amtsgericht Kassel wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte im August 2020 mit seinem auffälligen Sportwagen der Marke Alfa Romeo bei Habichtswald-Ehlen einen folgenschweren Unfall verursacht, bei dem sein Beifahrer getötet wurde. Zudem wird ihm die Fahrerlaubnis entzogen. In den nächsten 18 Monaten darf er sie nicht wiedererlangen.

Tödlicher Unfall im Kreis Kassel: Autofahrer nutzte Bundesstraße als „Teststrecke“

Der Fahrer nutzte die freie Strecke der Bundesstraße zwischen Ehlen und Dörnberg zu einer Art Fahrtest, fuhr in hohem Tempo Schlangenlinien über die gesamte Breite der Straße. Laut Sachverständigem muss er schon rund 110 km/h schnell gewesen sein, als ein Schild die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h gerade aufhob.

Wenig später landete das Auto in der Leitplanke. Kurz vorher hatte der 43-Jährige noch einmal Gas gegeben. Er selbst wurde bei dem Aufprall verletzt, konnte sich aber selbst befreien. Der 32 Jahre alte Beifahrer starb noch an der Unfallstelle. Bei ihm war das Auto kurze Zeit zuvor in der Werkstatt gewesen. Der Kunde hatte noch Beanstandungen, in Folge dessen kam es zu der Fahrt auf der Bundesstraße.

Verhandlung in Kassel teilweise sehr emotional: Richter verhängt Strafmaß

Mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten liegt das von Richter Philipp Kleinherne verhängte Strafmaß sogar noch über dem von Staatsanwältin Anna Böhme geforderten. Sie hatte für eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten plädiert. Dem schloss sich der Anwalt der Opferfamilie in der Nebenklage an. Der Rechtsbeistand des Angeklagten hatte sich für ein milderes Urteil ausgesprochen.

Richter Kleinherne begründete seine Entscheidung damit, dass sich der Unfallverursacher in erheblichem Maße über die gebotene Sorgfalt im Straßenverkehr hinweggesetzt hätte. Die Bundesstraße sei keine Teststrecke. Genau dafür aber sei sie missbraucht worden. Insofern sei der Fall anders zu beurteilen als eine Vielzahl anderer Taten, die durch Fahrlässigkeit herbeigeführt werden. Es handele sich hierbei nicht bloß um ein Versehen oder eine Unaufmerksamkeit, sondern: „Der Angeklagte hat sich für etwas entschieden, das im Straßenverkehr keinen Platz hat.“

Die siebenstündige Verhandlung verlief teilweise sehr emotional. Als Zeugin sagte auch die Ehefrau des Opfers aus, die nun die beiden gemeinsamen Kinder allein erziehen muss. Sie sprach von einem Totalschaden für die Familie. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Florian Hagemann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.