Raumbedarf steigt

Platz in Schulen wird knapp: Ehlen bekommt Pavillon, für Dörnberg ist Container reserviert

Standort für Pavillon wird vorbereitet: Die Grundschule im Erlenhof in Ehlen bekommt einen Container, um alle Kinder ab dem Schuljahr 2021/22 unterrichten zu können. Die vorbereitenden Arbeiten führt derzeit die Firma HBW aus, im Vordergrund Juniorchef Fabian Weißkrab mit seinem Kollegen.
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Standort für Pavillon wird vorbereitet: Die Grundschule im Erlenhof in Ehlen bekommt einen Container, um alle Kinder ab dem Schuljahr 2021/22 unterrichten zu können. Die vorbereitenden Arbeiten führt derzeit die Firma HBW aus, im Vordergrund Juniorchef Fabian Weißkrab mit seinem Kollegen.

Wachsende Schülerzahlen und längere Betreuungszeiten führen dazu, dass der Raumbedarf an Schulen steigt.

Habichtswald – In Habichtswald ist die Situation so angespannt, dass zum neuen Schuljahr zumindest am Grundschulstandort in Ehlen ein Pavillon aufgestellt werden muss, um alle Kinder unterzubringen. Das sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel.

Für Dörnberg bleibe ein Pavillon in Reserve, weil die Zahl der Anmeldungen dort kurz vor der Grenze ist, ab der eine weitere Klasse erforderlich ist.

In Abstimmung mit der Gemeinde werde aktuell geprüft, ob sich das Kapazitätsproblem baulich lösen lasse. „Dabei geht es dann auch um die Frage, ob an den bestehenden Gebäuden eine Erweiterung möglich ist“, sagt Kühlborn. Nach einer ersten Analyse stehe man nun vor dem nächsten Problem: Ein Anbau an das Schulgebäude in Ehlen würde den bereits jetzt sehr kleinen Schulhof bei gleichzeitiger Erhöhung der Kinderzahl weiter zusammenschnurren lassen. In Dörnberg sei es eher die Hanglage, die die Planer vor Herausforderungen stelle.

Dr. Daniel Faßhauer: Bürgermeister Habichtswald

Neben Anbauten würden auch Aufbauten in die Prüfung einbezogen. Selbst der Neubau einer Schule, die dann von Kindern aus beiden Ortsteilen besucht werden könnte, sei eine Option. Allerdings wäre ein solches Gebäude nicht für alle Kinder zu Fuß zu erreichen. Auch müsste hierfür es geeignete Flächen geben. „Unser Ziel ist es, die wirtschaftlichste Lösung zu finden“, so Kühlborn.

Habichtswalds Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer hat eine klare Meinung. Von einem Neubau auf der grünen Wiese hält er nichts. Für ihn gilt der Ansatz „kurze Beine, kurze Wege“. Deshalb präferiert er die Suche nach einer Lösung, bei der jeder Ortsteil seine Schule behält und bestehende Immobilien an die neue Situation baulich angepasst werden. Zumindest in Dörnberg könne man hierfür auch die alte Kita nutzen. Laut Kühlborn soll die Finanzierung möglicher Erweiterungen von Schulen oder deren Neubau im Haushalt 2022 berücksichtigt werden. Die Pavillons, die der Landkreis in seinem Bestand hat, seien eine Lösung für den Übergang.

Jedes Jahr eine Klasse mehr in Ehlen

Der Bauboom der vergangenen Jahre in Habichtswald lässt nicht nur die Zahl der Einwohner wachsen, er hat auch Auswirkungen auf die Betreuungskapazitäten in Kitas und Schulen. Während die Gemeinde die Größe der Kindertagesstätten in Ehlen und Dörnberg zuletzt durch Erweiterungen angepasst hat, muss der zusätzliche Platzbedarf an den beiden Grundschulen noch geschaffen werden.

Besonders drastisch könnten sich die Zahlen an der Grundschule im Erlenhof in Ehlen entwickeln. Nach Angaben von Schlleiterin Anja Steinbach werden dort aktuell fünf Klassen betreut. Bis zum Schuljahr 2023/24 könnte pro Jahr eine weitere Klasse hinzukommen, spätestens dann würde es für jeden Jahrgang zwei Klassen geben. „Das ist ein großes Problem“, sagt Steinbach. Deshalb wird in Kürze ein erster Pavillon auf dem Gelände aufgebaut, die vorbereitenden Arbeiten haben in diesen Tagen begonnen. Spätestens mit Beginn des neuen Schuljahres soll der Pavillon bezugsfertig sein. Ein weiterer Container ist für das Schuljahr 2022/23 geplant, bestätigt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel.

An der Grundschule in Dörnberg gehen die Schülerzahlen ebenfalls nach oben. Dort ist die Situation aus einem anderen Grund schwierig: In Dörnberg bewegen sich die Zahlen scharf an der Grenze, ab der ein Jahrgang in zwei Klassen geteilt werden muss, sagt Schulleiterin Uta Dotting. Lange habe es für das kommende Schuljahr nach zwei ersten Klassen ausgesehen. Inzwischen hat sich die Situation etwas entspannt. „Aber ich weiß ja nicht, was an Kindern noch gemeldet wird“, so Dotting. Daher behält der Landkreis Kassel als Schulträger den zunächst für den Standort Dörnberg vorgesehenen Pavillon in Reserve. Sobald er benötigt werde, werde er aufgestellt.

Neben einer wachsenden Zahl an Kindern im Grundschulalter gibt es noch einen weiteren Grund für den erhöhten Platzbedarf an Schulen: Immer mehr Eltern nutzen das Angebot der Ganztagsbetreuung, sagt Kühlborn.

Inzwischen würden 95 Prozent der Eltern ihren Nachwuchs in die Nachmittagsbetreuung schicken. Das habe vor einigen Jahren noch ganz anders ausgesehen. (Antje Thon)

Fünf Klassen in beiden Grundschulen

Die Grundschule in Ehlen erhält in diesem Jahr einen Pavillon, im nächsten einen zweiten. Aktuell gibt es in Ehlen fünf Klassen. Schulleiterin Anja Steinbach rechnet ab 2021/22 mit sechs, 2022/23 mit sieben Klassen. 2023/24 könnten es acht sein. Auch für Dörnberg war für das neue Schuljahr ein Pavillon vorgesehen. Der wird vorerst nicht aufgebaut, bleibt aber in Reserve. Dort hat sich die Lage entspannt, Schulleiterin Uta Dotting rechnet statt mit fünf nun mit vier Klassen. 

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