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Technik zum Fest: Reparatur-Experte klärt zu Elektronik-Geschenken an Weihnachten auf und gibt Tipps

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Von: Paul Bröker

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Die Freude am neuen Smartphone währt häufig nur kurz. Unser Experte weiß, worauf es beim Technik-Kauf kurz vor Weihnachten ankommt, sodass die neusten Elektrogeräte nicht schon bald auf dem Müll landen. Symbo
Die Freude am neuen Smartphone währt häufig nur kurz. Unser Experte weiß, worauf es beim Technik-Kauf kurz vor Weihnachten ankommt, sodass die neusten Elektrogeräte nicht schon bald auf dem Müll landen. Symbo © Jens Schulze/EPD

Kaum gekauft, schon kaputt. Das neue Wunder-Tablet entpuppt sich nicht selten schon kurz nach Weihnachten als Elektroschrott.

Wolfhager Land – Damit Sie nicht auf vermeintliche Technik-Schnäppchen als Weihnachtsgeschenk hereinfallen, haben wir einen Experten um Rat gebeten: Der Informatiker Christian Burkamp arbeitet ehrenamtlich im Repair-Café Habichtswald. Hier gibt er acht Tipps zum Last-Minute-Technikeinkauf:

Christian Burkamp Informatiker
Informatiker Christian Burkamp © Hoffmann, Sascha

1. Brauche ich das überhaupt?

„Nur ein Gerät, das erst gar nicht gekauft wird, verbraucht keine Ressourcen“, sagt Burkamp. Bis das Elektrogerät im Laden steht, habe es bei Herstellung und Transport schon viel Energie, Wasser und andere Ressourcen verbraucht. Er rät daher von Elektrogeräten als Verlegenheitsgeschenk ab.

2. Geräte ausleihen

„Es muss nicht immer ein eigenes Gerät sein“, sagt der Experte. Eine Möglichkeit: „Einfach die Nachbarn fragen, ob man sich ein Gerät ausleihen kann.“ Auch in Repair-Cafés träfen sich Gleichgesinnte, die gegen weiteren Elektroschrott kämpfen.

Im Internet gebe es zudem Versandanbieter, die etwa Fotoapparate gegen Gebühr verleihen. „Das ist perfekt für den Urlaub. Oft verstaubt so eine Kamera ja nur in der Ecke.“ Und: „Bei seltener Nutzung spart man viel Geld und hat trotzdem eine Profiausrüstung zur Verfügung.“

3. Gebraucht kaufen

„Vor fünf Jahren waren viele Fotokameras das Nonplusultra – das sind sie heute noch: Nur viel günstiger.“ Bei Smartphones tue sich dagegen weiter viel, sodass sich ein Gebrauchtkauf nicht zwingend lohne. Auch Internethändler hätten sich auf gebrauchte Elektrogeräte spezialisiert. „Mit Rebuy und dem Kamerahändler MPB habe ich schon gute Erfahrungen gemacht.“ Solche Händler böten eine Garantie, zudem seien die Geräte gereinigt und geprüft.

4. Angepasst kaufen

„Am besten kaufe ich ein Gerät, das zu meinen Bedürfnissen passt“, so der Fachmann. Beispiel Tintenstrahldrucker: „Wenn ich nur einmal im Jahr Patronen wechsele, dann reicht ein Gerät, bei dem ich sie nur einzeln austauschen kann.“ Aber: „Sonst lohnt sich ein Modell, bei dem sich die Tinte nachfüllen lässt, und nicht die ganze Druckeinheit samt Elektronik im Müll landet.“

5. Vorsicht bei Schnäppchen

„In der untersten Preiskategorie überstehen die Geräte oft den ersten Einsatz nicht“, sagt Christian Burkamp aus Erfahrung. Im Repair-Café sei ihm etwa ein Waffeleisen untergekommen, das sich nur von einer Seite erhitzte, obwohl es gerade erst gekauft wurde. Zudem seien viele Billiggeräte so konstruiert, dass sie sich nicht öffnen ließen, ohne sie zu zerstören. „Das liegt daran, dass sie verklebt statt verschraubt sind.“

6. Reparierbarkeit prüfen

Ganz hilflos seien die Verbraucher aber nicht: „Auf der Website I-Fixit kann man einsehen, wie gut sich Geräte reparieren lassen.“ Diese Transparenz habe dazu beigetragen, dass Hersteller wie Apple heute auch Ersatzteile zur Reparatur an Privatleute verkaufen.

7. Wie lange gibt’s Updates?

„Ohne aktuelle Updates sind Handys oft langsam und obendrein angreifbar, also nicht sicher“, so Christian Burkamp. Was hilft? „Schon beim Kauf darauf achten, wie lange der Hersteller Updates verspricht.“ Oder: „Ein Handy wie das Fairfone mit unverändertem Android kaufen.“ So gebe es in der Regel für längere Dauer Updates.

8. Energieverbrauch beachten

„Bei Kühlgeräten lohnt es sich, eine bessere Energiesparklasse zu wählen“, so der Experte. Der Mehrpreis amortisiere sich oft schon nach wenigen Jahren. Bei Kleingeräten sei auf einen niedrigen Verbrauch im Standby zu achten. „Am besten lassen sich die Geräte komplett abschalten.“ (Paul Bröker)

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