Sandra Krug aus Ehlen verkauft ihre handgemachten Puppen in die ganze Welt

In der Werkstatt: Sandra Krug arbeitet an der Nähmaschine in ihrer Werkstatt in Ehlen. Neben ihr sitzt Puppe Emil. Foto:  Renner

Ehlen. Dass ihre Junikate-Puppen einmal so beliebt sein würden, hätte Sandra Krug nicht gedacht. Mittlerweile verkauft sie die weichen Figürchen mit den Stupsnasen in die ganze Welt. Hergestellt werden sie in Krugs Werkstatt in Ehlen - in Handarbeit.

Bei einem Puppenhersteller in Kassel arbeitete Krug zunächst, doch die gelernte Herrenschneiderin „wollte nicht mehr für andere arbeiten“. Ausgerüstet mit zahlreichen Fachbüchern und der Unterstützung von ihrem Mann wagte sie den Schritt in die Selbständigkeit. 2011 verkaufte sie die ersten Puppen.

Die sind zwischen 20 und 45 Zentimetern groß und mit Bio-Wolle gestopft. Wie die Mädchen und Jungs aussehen, können die Kunden mit entscheiden: Die Haut- und die Augenfarbe, ebenso Haarfarbe und -länge und die Kleidung können nach Wunsch gefertigt werden. Auch Accessoires wie Haarklammern, Tücher und Mützen macht sie selbst. Die Liebe zum Detail wird schnell deutlich. Die 45 Zentimeter großen Sonntagskinder sind sogar mit rosa Popos, Knien und Ellenbogen versehen.

Ein Monat Wartezeit 

Im Grünen: Ihre Puppen fotografiert Sandra Krug auch selbst, am liebsten in ihrem Garten. Foto:  nh

Pro Tag schafft sie ein Sonntagskind oder drei Glückskinder, die zwischen 30 und 37 Zentimeter groß sind. Wie begehrt die Kuschelpuppen sind, zeigt die Warteliste: Rund einen Monat muss man derzeit warten, bis der gewünschte Begleiter fertig ist, sagt die 41-Jährige. Allein schafft sie das nicht mehr, deshalb hat sie seit kurzem eine Mitarbeiterin auf 450-Euro-Basis, die die Miniatur-Kleidung näht. „Früher habe ich jeden Abend selbst gestrickt und gehäkelt“, sagt die zweifache Mutter.

In den vergangenen Jahren sind so 1200 Puppen entstanden. Deutschlandweit werden sie verkauft, sogar in den USA und Australien hat Sandra Krug bereits Kunden. Denen erfüllt sie gern auch besondere Wünsche. So hat sie schon Puppen ohne Gesicht angefertigt oder mit blauen Haaren. „Die Glückskinder sind die Verkaufsschlager“, sagt sie. Die stellt sie oft sogar häufiger für Jungs als für Mädchen her.

Doch auch wenn die Nachfrage groß ist: Vergrößern will sie Junikate nicht mehr, damit die Stoffpupppen etwas Besonderes bleiben und sie weiterhin alles selbst machen kann. „Denn das ist meine Leidenschaft“, sagt sie.

Die fertigen Puppen verkauft sie übers Internet bei www.dawanda.de, bei www.etsy.com und auch per Mail über junikate-puppen@web.de.

Melden kann sich über die Mail-Adresse auch, wer Tilli mit in den Urlaub nehmen möchte. Die kleine Puppe ist derzeit mit einer Bloggerin in Argentinien und war bereits kreuz und quer in Deutschland und sogar in den USA unterwegs. Wer Interesse hat, kann Tilli mit auf Reisen nehmen. Nachzulesen sind ihre Abenteuer im Internet auf junikate.blogspot.de. Dort gibt es auch weitere Infos über die handgemachten Puppen.

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