Dörnbergs Pfarrer Josef Natrup mit feierlichem Gottestdienst in den Ruhestand verabschiedet

Seine lebendigen Predigten waren geschätzt

Dörnberg. Dass er ein leidenschaftlicher Theologe ist, weiß nahezu jeder. Dass er noch dazu als Pfarrer in seiner Gemeinde überaus beliebt und angesehen war, davon zeugten am Sonntagnachmittag die vollbesetzten Ränge in der Dörnberger Mehrzweckhalle, wo Josef Natrup mit einem Gottesdienst feierlich in den Ruhestand versetzt wurde.

Dass er aber auch ein echter Volltreffer für die evangelische Kirche im Oberen Warmetal war, das hörte er selbst so vielleicht zum ersten Mal. Die Jungen und Mädchen der Dörnberger Kindertagesstätte hatten Natrup zum Abschied zwei Lieder mitgebracht. In einem machten sie ihn kurzerhand zum „wertvollen und wunderbaren Volltreffer Gottes“ und brachten damit stimmgewaltig auf den Punkt, was ihm auch zahlreiche Freunde und Wegbegleiter in ihren Abschiedsworten attestierten.

Für Dekan Gernot Gerlach war der gebürtige Münsteraner ein ausgesprochen dynamischer Pfarrer. „Alles, was du angefasst hast, hatte Bestand“, lobte Gerlach, der unzählige Gedanken, Erinnerungen und Begegnungen mit ihm verbinde. Er werde ihn immer als wachen, aufmerksamen, sorgfältigen und umsichtigen Kollegen in Erinnerung behalten, der seine Freude an der Theologie bis zuletzt weiter entfaltet und in der Gemeinde spürbar eingebracht hätte.

Pröpstin Katrin Wienold-Hocke erinnerte an viele anregende Gespräche mit einem Pfarrer, der stets interessiert gewesen sei und angeregt hätte zum geistlichen und geistigen Austausch. Natrup sei ein Mann, der es immer wissen wolle, und noch dazu Menschen mit seiner Begeisterung anstecken könne.

Seit 2005 war Josef Natrup Pfarrer in Habichtswald-Dörnberg. Er studierte in Wuppertal, Göttingen und Bonn, war Stipendiat des Evangelischen Studienwerks Villigst, der Begabtenförderung der evangelischen Kirche. Im Laufe seiner Amtszeit habe vor allem die Seelsorge einen breiten Raum eingenommen, so der 65-Jährige. „Viele Gespräche habe ich geführt, besonders die über 250 Beerdigungen sind mir oft nachgegangen“, resümiert Natrup, der auch dank seiner lebendigen Predigten überaus geschätzt war. „Ein Prediger muss bereit sein, den Geist Gottes durch sich fließen zu lassen, ob sie gelingt und bei den Hörern ankommt, liegt nicht in seiner Hand.“ Für die Predigt seines letzten Gottesdienstes, der musikalisch durch den Ehlener Gospelchor untermalt wurde, wählte er das Thema Freiheit. Seine eigene wird er nun genießen können, nicht mehr als aktiver Pfarrer, doch aber als leidenschaftlicher Theologe.

Seine Nachfolge wird zum 1. Dezember Katja Friedrichs-Warnke antreten.

Rubriklistenbild: © Foto: Sascha Hoffmann

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