Radwege-Netz

Straße und Radweg sollen bei Gut Bodenhausen getrennt werden

Bei Gut Bodenhausen müssen sich Radfahrer den Platz mit Autos und Lastwagen teilen.
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Straße und Radweg R4 sind eins: Bei Gut Bodenhausen müssen sich Radfahrer den Platz mit Autos und Lastwagen teilen. Daher möchte Habichtswalds Bürgermeister diesen Abschnitt ins Feld und an die Warme verlegen.

Das Radwege-Netz im Altkreis Wolfhagen ist lückenhaft, die Qualität der Wege mitunter schlecht. Als erstes soll nun ein Abschnitt des Hessischen Radfernweges R4 erneuert werden.

Habichtswald – Der Radweg verläuft zwischen Ehlen und Zierenberg bei Gut Bodenhausen auf dem kurvenreichen Abschnitt der Landesstraße 3220. Die Straße gilt als unfallträchtig, am Bodenhäuser Kreuz krachen immer wieder Fahrzeuge ineinander.

Die gefährliche Kreuzung werden Radfahrer auch künftig nicht umfahren können, aber aus Sicht von Habichtswalds Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauers könne ihnen zumindest die schlecht einsehbare Straße vorbei am Gut erspart bleiben.

Der R4 soll attraktiver und weniger gefährlich werden

Dafür müssten Radler, die den R4 aus Richtung Wenigenhasungen kommend nutzen, am Bodenhäuser Kreuz geradeaus weiterfahren, zunächst ein Stück auf der Landesstraße in Richtung Dörnberg. Nach wenigen Metern soll sich der R4 vereinen mit dem Radweg Ehlen-Zierenberg und dann vor der Warme links auf einen Weg einbiegen, der noch entsprechend ausgebaut werden müsste.

Die rote Linie zeigt, wie die Strecke zukünftig verlaufen könnte.

Die Idee, so der Rathauschef, sei auch beim Radverkehrsbeauftragten des Landkreises Kassel, Stefan Arend, gut angekommen. Der R4 würde in diesem Bereich seine Gefährlichkeit verlieren und touristisch ein kleines Stück attraktiver werden. Derzeit werde geklärt, bei wem die Baulast für eine Verlegung des R4 liegt.

In Frage kommt Hessen Mobil, da es sich um einen Radweg des Landes Hessen handelt und dieser bislang auf einer Landesstraße verläuft. Aber auch die Kommune könnte betroffen sein. Falls das der Fall sein sollte, will Faßhauer 100 000 Euro aus der Hessenkasse für dieses und noch weitere Projekte zur Verbesserung der Radwegeinfrastruktur nutzen, sofern er dafür die Unterstützung des Parlaments erhält.

Auch eine Schutzhütte für Radfahrer soll errichtet werden

Zusätzlich möchte er auf Fördermittel des Landes und/oder Bundes zugreifen, die es unter anderem für den Ausbau der Nahmobilität gibt. Wo am Ende die Anträge gestellt werden, sei abhängig von der Antwort auf die Frage nach der Baulast.

Habichtswalds Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer

Etwa auf halber Strecke zwischen Ehlen und Zierenberg, nicht weit von Gut Bodenhausen, möchte Habichtswalds Bürgermeister eine Schutzhütte errichten lassen. Und schließlich sollen Radfahrer, sollte der R4 tatsächlich verlegt werden, eine Möglichkeit bekommen, einen Abstecher zum historisch interessanten Gut Bodenhausen machen zu können. „Wir wollen die Menschen dort ja nicht abnabeln“, sagt Faßhauer.

Daneben sieht Habichtswalds Bürgermeister aber noch zwei weitere, deutlich größere Baustellen im Radwegenetz. Die eine betrifft den Radweg von Dörnberg nach Zierenberg, der komplett auf der Landesstraße verläuft und entsprechend gefährlich ist.

Einige Orte sind für Radfahrer kaum zu erreichen

Eigentlich müsste man sagen, „dass Dörnberg so gut wie gar nicht ins Radwegenetz eingebunden ist“, meint Faßhauer. Einzig der Weg nach Ehlen könne von Dörnberg aus risikofrei befahren werden. Um an der Situation etwas zu verändern, werde im Bauamt an einer Alternative getüftelt, die stärker über Felder führe.

Das Gleiche steht für den Radweg von Ehlen nach Breitenbach und Martinhagen an, der für Radfahrer derzeit eine Katastrophe sei. Denn auch der ist identisch mit der ohnehin schon äußerst schmalen Landesstraße, die Ehlen mit Breitenbach verbindet.

Alternativ könnte die Trasse auf Feldwegen westlich der Landesstraße verlaufen, teilweise der Warme entlang. Einige Feldwege seien bereits asphaltiert, andere müssten noch entsprechend ertüchtigt werden.

Beide Vorhaben seien förderfähig, sagt Faßhauer, der weiß, dass es für die Umsetzung beider Vorhaben einen langen Atem braucht. „Das geht nicht von heute auf morgen.“ (Antje Thon)

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