THW und Feuerwehr kämpften bei Katastrophenübung

Ehlen. Die Situation ist angespannt am Samstag entlang der Landesstraße zwischen Ehlen und Kassel. 

Unzählige Einsatzwagen von Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr, Johannitern und Rotem Kreuz eilen nach einer Alarmierung gegen 8.30 Uhr zum alten Truppenübungsplatz oberhalb des Habichtswalder Ortsteils. Sirenen heulen, Blaulicht bestimmt die Szenerie. Doch glücklicherweise entpuppt sich alles als gar nicht so dramatisch, das THW hat lediglich zur Katastrophenübung gerufen, und das diesmal unter dem Titel „Land unter am Hohen Gras“.

Ein verunglücktes Auto im Waldbereich stellt vor allem die Habichtswalder Blauröcke vor eine Herausforderung. Schwere Stürme haben einen Kleinwagen unter Bäumen begraben, die den Weg zur eingeklemmten Person versperren.

Opfer aus Auto befreit

Mit vereinten Kräften müssen sie unzählige Äste beiseite räumen, mit der Motorsäge den mächtigen Baumstamm zerlegen. Sie schaffen es zügig, um den Weg frei zu machen für die Ersthelfer der Johanniter, die den laut wimmernden Unfallmimen noch im Auto erstversorgen und schließlich daraus befreien.

Beinahe zeitgleich liefert die angenommene Unwettersituation zwei weitere Einsätze in unmittelbarer Nähe: Ein Haus ist eingestürzt, und ein Jäger wird vermisst. „In der Realsituation würden wir jetzt einen Hubschrauber der Landespolizei anfordern, der uns mit einer Wärmebildkamera und Luftaufnahmen unterstützen würde“, sagt THW-Chef Björn Fuhrmann. Bei der Übung fehlt der Hubschrauber zwar, den Landeplatz richten die Einsatzkräfte aus Übungszwecken dennoch ein, wie auch eine Dekontaminationsschleuse, in der im Ernstfall Fahrzeuge nach Einsatz in verseuchtem Gebiet gereinigt werden können.

Rettungshund im Einsatz

Nicht dabei sein kann die Rettungshundestaffel, für die kurzerhand THW-Mitarbeiterin Tamara Klatt mit Hund Cessi einspringt. Cessi ist ausgebildeteter Rettungshund und unterstützt bei der „biologischen Ortung“, wie die THW-Experten die Suche nach vermissten oder verschütteten Personen nennen. Der Retter auf vier Beinen ist schnell erfolgreich, wie auch seine zweibeinigen Kollegen, sodass Einsatzleiter Sebastian Kuhne in den frühen Mittagsstunden verkünden kann: Übung erfolgreich abgeschlossen.

Im Alltag sind derartige Horrorszenarien mit derart vielen parallel verlaufenden Großeinsätzen glücklicherweise nicht an der Tagesordnung, allerdings auch nicht ausgeschlossen. „Kommt ein Sturm tatsächlich relativ überraschend, dann ist ein derartiges Ausmaß gar nicht so unrealistisch, starke Baumwürfe können nunmal auch viele Einsatzstellen verursachen, und dann ist ein optimales Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen einfach wichtig.“

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