Neue Airtrack in Dörnberg

TSV Dörnberg schafft Sportgerät für Parkour an

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Praktisches Sportgerät: Dank der Airtrack lassen sich beim TSV Dörnberg Rollen und Sprünge bei minimierten Risiko einüben.

Dörnberg. Für den ungeübten Betrachter wirkt die blaue Matte wie eine normale Matte, an die sich mancher noch aus dem Sportunterricht erinnert. Doch für die geübten Augen des 15-jährigen Justin Krekel ist es ein Sportgerät.

Krekel ist begeisterter Anhänger der Sportart Parkour. Die blaue Matte ist eine sogenannte Airtrack, ins Deutsche übersetzt „Luftstrecke“. Und luftig fühlt sich die Matte allemal an. Die Airtrack ist im Prinzip ein riesiges Luftkissen und ermöglicht Sportlern das Einstudieren von Rollen, Salti und Sprüngen mit minimalen Verletzungsrisiko. Genau die sind für Parkour besonders wichtig.

Doch bevor es für die knapp 30 Kinder, die in zwei Gruppen unterteilt sind, am Parkourkurs in der Dörnberger Mehrzweckhalle teilnehmen, losgeht, müssen die Kinder erst einmal aufbauen. Unter Krekels wachsamen Augen werden Hindernisse aufgestellt, die es später zu überwinden gilt. Krekel ist normalerweise Co-Trainer, übernimmt aber auch die Gruppe, falls Trainer Michael Nockert mal fehlt. Denn beim Parkour geht es um Beweglichkeit, Geschick, aber auch um Kreativität. Krekel etwa kennt 17 Arten, ein Hindernis zu überspringen. Alle beherrscht aber auch er noch nicht. Nachdem die Hindernisse stehen, wärmt die Gruppe sich auf und macht sich locker. Nur so gelingen dann auch Sprünge und Rollen. Nach dem Aufwärmen geht es an die Basics, also Standardübungen. Hier werden den Kindern, die jüngsten sind acht, die Standardelemente beigebracht. Nur durch ständiges Wiederholen gehen sie auch in Fleisch und Blut über.

Krekel weiß, dass die Übungen auch außerhalb des Trainings hilfreich sind: „Als ich letztes Mal vom Fahrrad gefallen bin, habe ich mich automatisch abgerollt. So hab ich mich nicht verletzt.“

Praktisches Sportgerät: Dank der Airtrack lassen sich beim TSV Dörnberg Rollen und Sprünge bei minimierten Risiko einüben.

Im Anschluss wird jeweils eine neue Übung oder Technik einstudiert. Besonders hier wird die Airtrack genutzt. Denn man kann im Gegensatz zu gewöhnlichen Matten den Härtegrad verändern. Ist die Airtrack also weicher, sinkt das Verletzungsrisiko. Man kann dadurch auch höher springen, ähnlich wie auf einem Trampolin. Die Airtrack kann also multifunktional genutzt werden. Selbst auf dem Wasser.

Salti und Schrauben aus dem Stand, wie Krekel sie mühelos hinbekommt, sind für die Jüngsten noch nicht drin. Etwa ab zwölf Jahren kann man sich auch an den waghalsigeren Übungen probieren. Beim Training in Dörnberg wird auch Wert auf Fairness und Disziplin gelegt. Wer vor dem letzten Teil, dem freien Training, unerlaubt ein Gerät benutzt, muss zur Strafe Liegestützen machen. Auch der Ton untereinander ist etwas frech, aber immer fair. Ermutigung wenn etwas mal nicht klappt, Anerkennung wenn ein Sprung besonders gut gelingt: So haben die Kinder Spaß und bleiben bei der Sache. Und können in einigen Jahren auch Schrauben aus dem Stand springen – wie Justin Krekel.

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