Habichtswald

Tunnelbau: Zunahme des Lkw-Verkehrs erwartet

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Im Juni 2015 beginnen die Arbeiten am neuen Bahntunnel in Zierenberg. Noch steht nicht fest, wo der Aushub deponiert werden soll.

Habichtswald. Erneut sorgen die Auswirkungen des geplanten Tunnelbaus bei Zierenberg im Habichtswalder Rathaus für Ärger.

Seinem Unmut machte Bürgermeister Thomas Raue während der Gemeindevertretersitzung am Montag Luft. Denn die Forderung der Gemeinde, im Zuge der Ausschreibung die Lagerstätten und Deponien zu benennen, zu denen der Aushub transportiert werden soll, habe bei der Bahn kein Gehör gefunden – zuletzt sei er mit seinen Argumenten bei einem Gespräch vor drei Wochen gegen Mauern gelaufen.

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Bei dem Treffen war es unter anderem um den Abtransport des Abraums und um das Logistikkonzept gegangen. Raue möchte die Belastung durch beladene Lastwagen in den Ortsteilen Ehlen und Dörnberg auf ein Mindestmaß reduzieren. Seiner Auffassung nach könne der Aushub von der Tunnelbaustelle in Zierenberg über ausgebaute Feld- und Wirtschaftswege bis zur Bundesstraße 251 gefahren und von dort über die Autobahnen auf die Deponien verteilt werden.

Auftragsvergabe im März Wie der Leiter der Infrastrukturplanung der Bahn, Hans-Martin König, sagte, würden Anfang Dezember einerseits die Arbeiten für den Tunnelbau ausgeschrieben, andererseits aber auch die Arbeiten für Zwischenlagerung, Abtransport und Lagerung des Abbruchs. Erst mit der Auftragsvergabe Anfang März stehe letztlich fest, welche Wege das auf 90 000 Kubikmeter geschätzte Abbruchmaterial nehmen werde. In die Ausschreibungsunterlagen mit aufgenommen habe die Bahn jedoch einen Passus, in dem die Bieter aufgefordert werden, sich mit den Kommunen Habichtswald, Zierenberg und Calden hinsichtlich alternativer Entsorgungskonzepte abzustimmen.

Weil beim Abtransports des Erdaushubes vieles offen sei, könne er zumindest nicht ausschließen, dass die Deponie bei der Igelsburg nahe Dörnberg als Lagerstätte in Frage komme, sagte König. Sollte tatsächlich die Igelsburg angefahren werden, rechnet Bürgermeister Raue mit enormen Verkehrsbelastungen für Ehlen und Dörnberg. Vor allem die erst kürzlich erneuerte „Zierenberger Straße in Dörnberg wird dann wieder kaputt gefahren“, sagt er.

Dem widerspricht König. Wenn überhaupt, würden nur leere Lastwagen über die Zierenberger Straße rollen. Nach Rücksprache mit dem Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil würde die neue Straße in Dörnberg dies aber auch aushalten.

Von Antje Thon

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