Polizei ermittelt

Denkzettel? Dörnbergerin stinkende Fuhre vors Haus gekippt

Ausgekippt: Unbekannte haben der Dörnbergerin Heidi Halberstadt Klärschlamm auf die Einfahrt gekippt. Die Gründe sind noch unklar, die Polizei sucht nach Zeugen und Hinweisen. Foto: Schulz

Dörnberg. Sollte es ein stinkender Denkzettel sein? Eine Umweltaktivistin bekam eine übelriechende Ladung Klärschlamm auf ihr Grundstück. Nach den Tätern wird gesucht.

„Ich habe mich richtig erschrocken“, erinnert sich Heidi Halberstadt, als sie am Montagmorgen auf ihre Einfahrt schaut. Den gepflasterten Weg läuft Klärschlamm hinunter. Bisher Unbekannte haben ihn dort hingekippt.

Eigentlich liegt das Haus friedlich am Dörnberg. Doch der braune, streng riechende Matsch verunstaltet dieses Bild. „Feinde habe ich keine“, sagt Halberstadt. Allerdings vermutet ihr Bruder, Klaus Fröhlich: „Sie ist hier im Ort als Umweltaktivistin tätig. Vielleicht hat das jemand gemacht, der mit ihrem Einsatz ein Problem hat.“ Diesen Zusammenhang stellt die Betroffene aber nicht her.

„Ich will keinen Krieg, sondern Frieden“, fügt Halberstadt hinzu. Dass ihr jemand den Klärschlamm auf die Einfahrt gekippt hat, enttäuscht sie, halte sie aber nicht davon ab - sollte es in einem Zusammenhang stehen - sich für den behutsamen Umgang mit der Natur einzusetzen.

Woher kommt der Schlamm? 

Die Polizei Wolfhagen hat zunächst die Anzeige aufgenommen. „Es geht hier um Sachbeschädigung und die Verschmutzung der Umwelt“, erklärt Pressesprecher Karsten Turski. Als weiteren Schritt will Heidi Halberstadt den Klärschlamm untersuchen lassen: „Zunächst soll einmal festgestellt werden, ob er aus unserer örtlichen Kläranlange stammt“, erklärt sie.

„Ich vermute, dass er aus einer Klärgrube kommt“, schaltet sich ein Nachbar ein. Der Schlamm habe eine andere Farbe und einen anderen Geruch als Jauche, meint er. Gesehen oder gehört habe er von seiner Wohnung aus nichts. „Mit dieser Scheiße hört der Spaß auf“, fügt der Nachbar hinzu.

Wie die braune Substanz auf das Grundstück gelangt ist, wirft Fragen auf. Die Flüssigkeit beginnt hinter dem Holzzaun, der aber nicht beschmutzt wurde. Der Nachbar vermutet, dass Eimer verwendet wurden, Klaus Fröhlich könnte sich auch einen Wagen mit Schlauch vorstellen. Dieses wiederum hält der Anwohner für unrealistisch: „Das wäre viel zu laut gewesen. Das hätten wir gehört.“ Auf insgesamt 40 Liter schätzt Fröhlich die Schlamm-Menge. Um die Tat am Habichtswalder Dörnberg aufzuklären, sucht die Polizei Zeugen. Informationen an: Tel. 05692/98290.

Von Johanna Daher

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