„Das ist für uns ein Mikro-Abenteuer“

Väter, Söhne und Töchter erkundeten Habichtswald auf Fatbikes

Habichtswald. Bijan Otmischi, von Beruf Jugendarbeiter beim Landkreis Kassel, und seine Freunde stellen ihre Räder an einem Laternenpfahl an den Herkules-Terrassen in Kassel ab.

Am frühen Mittwochabend ist ihr erster steiler Anstieg geschafft. Die Erwachsenen genehmigen sich einen Espresso, die Kinder eine Limo. Das ist ihre erste Pause auf einer nicht alltäglichen Vatertagstour, die schon am Vortag in Baunatal startete und dort am Freitag zu Ende ging: Dazwischen liegen 140 Kilometer durch den Naturpark Habichtswald, die über Stock und Stein führen. Ein weitgehend unerkundetes Terrain für Geländeradfahrer, die dabei auch durch das Wolfhager Land radeln.

Otmischi nennt das Ganze „Fatbike Trophy“ und hat dafür eigens Pokale aus Buntsandstein angefertigt. Fatbike, das ist ein Spezialrad, dessen Bereifung eher an einen Radlader als an einen Drahtesel erinnert. „Das Rad hat eine hervorragende Traktion. Da kommt man überall durch“, sagt der Göttinger Fachjournalist Gunnar Fehlau, der mit seinem Sohn Moritz (12) mit von der Partie ist. Er und Andreas Appel vom Baunataler Radgeschäft „Pedalwerk“ stehen als technikversierte Pannenhelfer bereit.

Wanderer nicht erschrecken 

Die Idee zu der dreitägigen Tour sei vergangenes Jahr während eines Radausflugs entstanden, erzählt Otmischi. Die Herausforderung: Die „Fatbiker“ wollen keine Wanderer verschrecken. Deshalb erkunden sie mithilfe Satelliten gestützter Navigationsgeräte einen Rundkurs, der den Habichtswaldsteig und den Kassel-Steig nicht berührt.

Die 15-köpfige Gruppe leistet gewissermaßen Pionierarbeit in Sachen sportlichen Radtourismus. Die „Fatbike-Trophy“ solle nächstes Jahr - möglichst in größerem Rahmen - wiederholt werden, sagt Otmischi.

Im Vordergrund steht aber der gemeinsame Spaß von Vätern, Söhnen und Töchtern. „Das ist für uns ein Mikro-Abenteuer“, sagt Andreas Appel, der von seiner Tochter Martha (12) und seinem Sohn Felix (13) begleitet wird. Die Gruppe übernachtete in einer Hütte am Hohen Dörnberg und nach der zweiten Etappe in einem Hotel in Wolfhagen. Matthias Streiter und seine Tochter Selma genießen die Tour ganz besonders intensiv. „An Vatertag muss ich sonst immer arbeiten“, sagt der Inhaber des gleichnamigen Kasseler Bäckereiunternehmens.

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