Verdacht: Explosives unterm Asphalt

167 auffällige Stellen im Untergrund der Bundesstraße 251 bei Habichtswald

Wird im Frühjahr erneuert: Die rund 2,1 Kilometer lange Strecke von Ehlen bis in den Ortseingangsbereich von Dörnberg erhält eine neue Fahrbahndecke. Rechts der Abzweig in Richtung Herkules.
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Wird im Frühjahr erneuert: Die rund 2,1 Kilometer lange Strecke von Ehlen bis in den Ortseingangsbereich von Dörnberg erhält eine neue Fahrbahndecke. Rechts der Abzweig in Richtung Herkules.

Die Bundesstraße 251 zwischen Ehlen und Dörnberg soll im kommenden Frühjahr saniert werden. Zuvor muss der Untergrund der Fahrbahn auf explosive Reste aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht werden. Es gibt 167 verdächtige Stellen.

Habichtswald – Gelbe Markierungen zieren den Asphalt der Bundesstraße 251 zwischen den Habichtswalder Ortsteilen Ehlen und Dörnberg. An diesen Stellen gibt es nach Ansicht des Kampfmittelräumdienstes 167 Verdachtsfälle, also die Möglichkeit, dass sich explosive Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden verbergen.

Für die Strecke steht im kommenden Jahr die grundhafte Erneuerung der Piste an. Genauer: zwischen Ehlener Straße in Dörnberg und Gartenstraße in Ehlen. Und ehe die Baumaschinen rollen, sollen die Verdachtsfälle auf der Strecke geklärt werden. Die fraglichen Stellen, so Habichtswalds Bürgermeister Thomas Raue (SPD), sollen in offener Bauweise kontrolliert werden, das heißt, es wird dort gegraben.

Die meisten Fälle lägen nach Informationen des Kampfmittelräumdienstes in einer Tiefe von rund zwei Metern, einige werden allerdings auch in sechs Metern Tiefe vermutet.

Marco Lingemann, Sprecher von Hessen Mobil, erklärt, dass es sich bei den 167 „Anomalien“, wie er sie nennt, um Messergebnisse handele, die sich bei einem Kontrollieren der Straße mit einem Gerät „wie bei einer Schatzsuche am Strand“ ergeben haben. Vor Baustart werde dort noch Punkt für Punkt genauer sondiert, dann erst lasse sich abschätzen, wo tatsächlich aufgegraben werden müsse. Baubeginn für das Projekt, dass eine Fortsetzung der Bundesstraßenerneuerung im Bereich der Gemeinde Habichtswald von 2019 ist, soll im Frühjahr sein, „sobald das Wetter es zulässt“, so Lingemann weiter. Drei bis vier Monate werde die Bauzeit betragen.

Es stehe nicht nur die Erneuerung des Straßenbelags auf dem Programm, betont Bürgermeister Raue. Geplant seien der Umbau der Bushaltestellen an der Gartenstraße in Ehlen, außerdem die barrierefreie Umgestaltung der Haltestelle „Auf der Platte“ in Dörnberg. Für den Bereich der Platte habe die Gemeinde zudem darauf hingewiesen, dass eine Querungshilfe dringend notwendig sei. Welche Variante dort realisiert wird, sei noch offen. Man werde aber Leerrohre einziehen, damit zu einem späteren Zeitpunkt eine Ampelanlage installiert werden könnte.

Da auch ein 600 Meter langer Abschnitt der Landesstraße bei Ehlen ab der B 251 in Richtung Herkules saniert werden soll, habe die Gemeinde vorgeschlagen, dort einen Kreisel zu bauen. Ein Kreisel ist auch Thema im Bereich der Zufahrt zum Ehlener Rewe-Markt. Die Gemeinde habe dies bei Hessen Mobil angesprochen. Auch dieses Anliegen soll geprüft werden.

Und schließlich wolle die Gemeinde im Bereich des Abzweigs zum Hohen Gras im Zuge der Straßenarbeiten auch für die Radfahrer mehr Sicherheit erreichen. Die Gemeinde habe bei Hessen Mobil „vorgetragen, dass die Wegeführung für die Radfahrer zu verbessern sei“ und auch eine Beleuchtung des Kreuzungsbereichs zum Schutz der Radfahrer angemahnt.

Nach derzeitigem Stand würden die Bauarbeiten wohl wie im ersten Abschnitt unter Vollsperrung ausgeführt werden, erklärt Bürgermeister Raue. Dagegen hätten sich sowohl die Gemeinde als auch der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) ausgesprochen. Die Gemeinde habe Hessen Mobil die „negativen Erfahrungen“ wegen der Vollsperrung, die man im vergangenen Jahr bei der Sanierung der B 251 in Dörnberg gemacht habe, mitgeteilt. Damals sei es zu erhöhtem Verkehrsaufkommen für wenige Wochen in Wohngebieten gekommen, was Anwohnern nicht passte, und die ihrem Ärger Luft machten. Raue: „Da waren richtige Bösartigkeiten dabei.“ (Norbert Müller)

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