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Vorschlag der Wählergemeinschaft: Abwasser in Baugebiet aufbereiten

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Von: Hanna Maiterth

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Die vier WGH-Mitglieder Markus Bratke (von links), Sylvia Röper, Dr. Anna Kuntzsch und Michael Kosa stehen nebeneinander vor einem Haus.
Nur wenige Hundert Meter außerhalb von Dörnberg und in der Nähe des geplanten Neubaugebietes befindet sich ein Trinkwasserbrunnen. Und genau dieses Wasser könnte in einigen Fällen nach dem Verbrauch recycelt werden, finden die WGH-Mitglieder Markus Bratke (von links), Sylvia Röper, Dr. Anna Kuntzsch und Michael Kosa. © Hanna Maiterth

Während Papier, Plastik und Bioabfälle längst getrennt, recycelt und wiederverwertet werden, ist die Aufbereitung von Abwasser für eine zweite Nutzung wenig verbreitet.

Dörnberg – Die Wählergemeinschaft Habichtswald (WGH) ist der Meinung, angesichts des Klimawandels sollte damit angefangen werden, Abwasser neu aufzubereiten. Für das Baugebiet Panoramablick in Dörnberg bestehe ihrer Meinung nach jetzt noch die Chance, in den Bebauungsplan dezentrale Aufbereitungsanlagen oder eine zentrale Anlage zu integrieren.

Einen entsprechenden Prüfantrag stellte Fraktionsvorsitzende Anna Kuntzsch in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter in Habichtswald vor. Auch wenn der Antrag, bei Enthaltung der CDU, von der SPD mehrheitlich abgelehnt wurde, die WGH will am Thema bleiben. „Die letzten, trockenen Sommer sprechen für sich.“

Spricht die Fraktion von Wasseraufbereitung, ist das sogenannte Grauwasser gemeint. Das nach dem Händewaschen, dem Duschen und dem Waschmaschinengang mit Seife verschmutzt ist. Es kommt als Trinkwasser aus der Leitung, vermischt sich im Abwasserkanal mit dem Spülwasser aus der Toilette und verschwindet in Richtung Kläranlage.

Nutzung für Toilettenspülung und Gartenbewässerung

„Eine zweite Nutzung ist möglich“, sagt Kuntzsch. Werde das Grauwasser separat aufgefangen und aufbereitet, könne es zum Beispiel für die Bewässerung des Gartens und die Toilettenspülung genutzt werden. Da sei nicht nur ressourcensparend, es entlaste Kanalisation und spare Geld.

Geld spare eine Anlage dann, wenn sie von vorneherein eingeplant werde und nicht nachgerüstet werden müsse, so WGH-Vorsitzender Markus Bratke. „Im Neubaubereich kostet eine Hausanlage zwischen 5000 und 7000 Euro. Bei bis zu 50 Prozent potenzieller Einsparung kann sie sich aus wirtschaftlicher Sicht nach zehn bis 15 Jahren rentieren.“ Und das sei eine vorsichtige Modellrechnung.

Für das Baugebiet „Panoramablick“ halte die Fraktion eine Wasseraufbereitung auch deshalb für sinnvoll, weil es „Ende 2019 von der Mehrheit der Habichtswalder Gemeindevertretung unter der Maßgabe einer generellen ökologischen Ausrichtung auf den Weg gebracht“ wurde. „Wir haben das Baugebiet nicht befürwortet, wollen es jetzt aber wie versprochen konstruktiv begleiten“, sagt Bratke.

Wählergemeinschaft fordert Auseinandersetzung mit dem Thema

Dass nun der Prüfantrag abgelehnt wurde, können die WGH-Mitglieder nicht nachvollziehen. „Aus unserer Sicht handelt es sich hierbei um Etikettenschwindel, um Greenwashing“, sagt Kuntzsch. Dieses Projekt sei noch im Bürgerentscheid 2021 als besonders ökologisch und als Kompensationsmaßnahme für den Flächenverbrauch hingestellt worden. Zumindest eine Auseinandersetzung mit dem Thema hätte sich die WGH gewünscht.

Deshalb arbeite sie nun an einem Anreizkonzept. Erste Ideen gibt es bereits. So halte die Fraktion die Unterstützung bei Förderanträgen, direkte Zuschüsse vonseiten der Gemeinde und eine Berücksichtigung beim geplanten Punktesystem zur Vergabe der Baugrundstücke für denkbar. Aber es sei natürlich noch alles offen, bestätigen Kuntzsch und Bratke, schließlich wolle man in dieser Sache mit den anderen Fraktionen zusammenarbeiten. (Hanna Meiterth)

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