Erneut Wegweiser mit Farbe besprüht

Wanderer ärgern sich über Vandalismus auf dem Kassel-Steig in der Gemarkung Dörnberg

Erste Hilfe: Dieter Hankel, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins Kassel, reinigt mit einem Mittel, das zum Beseitigen von Graffiti eingesetzt wird, Hinweisschilder an einem Pfosten grob von der braunen Farbe.
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Erste Hilfe: Dieter Hankel, Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins Kassel, reinigt mit einem Mittel, das zum Beseitigen von Graffiti eingesetzt wird, Hinweisschilder an einem Pfosten grob von der braunen Farbe.

Erneut wurden Wegweiser auf dem Panoramawanderweg Kassel-Steig im Bereich des Dörnbergs mit brauner Farbe besprüht.

Habichtswald – „Irgendwann muss mal Schluss sein“, sagt Dieter Hankel, und man merkt dem passionierten Wanderer an, dass er sauer ist. Zum wiederholten Mal sind auf dem Panoramawanderweg Kassel-Steig im Bereich des Dörnbergs Hinweisschilder mit brauner Farbe bis zur Unlesbarkeit besprüht worden.

Nördlich des Habichtswalder Ortsteils Dörnberg, in der Nähe des Zierenberger Weilers Friedrichstein, verläuft der Weg durch schattigen Laubwald. Von hier geht es weiter zum Hohen Dörnberg. Und genau in diesem Bereich haben vor wenigen Tagen Wanderer verschmierte Wegweiser entdeckt und bei Dieter Hankel gemeldet. Der 80-Jährige ist Vorsitzender des Hessisch-Waldeckischen Gebirgsvereins Kassel, der den ums Kasseler Becken führenden Steig erarbeitet hat und ihn seit seiner Einweihung 2013 auch in Schuss hält.

Gerade erst, sagt Hankel, habe man seitens des Vereins die letzte Etappe des Weges abgelaufen, kleinere Sachen verbessert oder erneuert. „Wir haben von Februar bis jetzt die gesamten 160 Kilometer kontrolliert. Vor 14 Tagen war noch alles in Ordnung.“ Und nun wieder diese Schmierereien, laut Hankel zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren. Und wie in den Fällen zuvor sei rotbraune Farbe benutzt worden.

Halbhohe Pfosten mit Marken aus Alu sind genauso betroffen, hat man seitens des Vereins bei der Überprüfung festgestellt, wie gut 2,50 Meter hohe Wegweiser. Alles auf einem insgesamt knapp zwei Kilometer langen Abschnitt, auf dem der Kassel-Steig gemeinsam mit dem Habichtswald-Steig verläuft. „Immer, wenn die Wege durch Waldgebiete laufen, werden die Schilder beschmiert“, sagt Hankel.

Kassel-Steig

Dieter Hankel fürchtet um den guten Ruf des Steigs, der nicht nur bei den Wanderern der Region beliebt sei. „Die Wanderer kommen aus ganz Deutschland, sogar aus dem Ausland“, sagt Hankel. „Bei so einem bekannten Weg erwarten die Leute Qualität. Und dann bleiben sie hier stecken und müssen zurückgehen.“

Hinweise auf den Täter gibt es, wie bei den früheren Fällen auch, keine. „Wir rätseln, was das Motiv sein könnte“, sagt der 80-Jährige. „Erst dachten wir, ihn stört die blaue Farbe der Schilder. Vielleicht meint er auch, dass es zu viele Schilder sind. Oder er will im Wald gar keine Schilder.“ Aber an dieser Stelle könne man wegen der Orientierung nicht auf Wegweiser verzichten.

Eine plausible Erklärung habe man im Verein nicht. „Man ist hilflos.“ Bislang habe der Vorstand die Schmierereien immer zur Anzeige gebracht. Es habe nie zu einem Ergebnis geführt. Nach den erneuten Sprühereien habe man im Vorstandskreis überlegt, wie man dem Täter das Handwerk legen könnte. Selbst an Fotofallen habe man schon gedacht.

Nun aber wolle der Verein einen ganz anderen Weg gehen. „Vielleicht würde er uns anonym mitteilen, was ihn an der Beschilderung nicht gefällt, damit wir es prüfen können und dann eine gemeinsame Lösung finden. Wir würden ihn dann auch nicht anzeigen“, erklärt Hankel. Per Brief könnte sich der Betreffende melden, ohne dass er ausfindig gemacht werden könne. Die Adresse: Hessisch- Waldeckischer Gebirgsverein Kassel, Wilhelmsstraße 19, 34177 Kassel.

Zur weiteren Strategie des Vereins sagt der Vorsitzende: „Wir werden jetzt erst mal abwarten, ob ein Brief kommt.“ Er hoffe, dass der etwas ungewöhnliche Versuch zum gewünschten Erfolg führt, „denn wir müssen hier jetzt mal Ruhe reinbringen. Das kostet uns unheimlich viel Zeit, die Schilder auszuwechseln.“ An den Wegepaten gehe ein solches Ärgernis auch nicht spurlos vorbei. „Die haben alles erneuert und sich die Arbeit gemacht. Die verlieren langsam den Glauben an das Gute. Und auch die Motivation geht kaputt.“ (Norbert Müller)

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