Routen wurden überarbeitet, neue Infotafeln aufgestellt

Wanderweg-Chaos am Hohen Habichtswald wurde gelichtet

Gemeinsam für bessere Wanderwege: Naturpark-Geschäftsführer Jürgen Depenbrock (von links), stellvertretender Vorsitzender des übergeordneten Gesamtvereins HWGHV Michael Martin-Leck, Vorsitzender des HWGV-Kassel Dieter Hankel, Vorsitzender des HWGHV Hubert Thorwirth, Wanderweg-Zertifiziererin Uschi Vortisch und Erik Neumeyer vom Deutschen Wanderverband mit einem der alten Schilder.
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Gemeinsam für bessere Wanderwege: Naturpark-Geschäftsführer Jürgen Depenbrock (von links), stellvertretender Vorsitzender des übergeordneten Gesamtvereins HWGHV Michael Martin-Leck, Vorsitzender des HWGV-Kassel Dieter Hankel, Vorsitzender des HWGHV Hubert Thorwirth, Wanderweg-Zertifiziererin Uschi Vortisch und Erik Neumeyer vom Deutschen Wanderverband mit einem der alten Schilder.

Bei so vielen markierten Wegen konnten Wanderer im Hohen Habichtswald schon mal den Überblick verlieren. Auf dem vergleichsweise kleinen Gebiet, das unter anderem das Hohe Gras und den Essigberg umfasst, gab es über 500 Kilometer ausgewiesene Wanderwege. Nun wurde das Netz überarbeitet.

Kassel - Teilweise gab es auf einer Trasse bis zu elf Markierungen. In dreijähriger Arbeit wurde das Wege-Chaos nun gelichtet. Gleichzeitig wurden moderne Infotafeln mit Tourenvorschlägen an ausgewählten Wanderparkplätzen aufgestellt.

Der Naturpark Habichtswald und der Hessisch-Waldeckische Gebirgsverein Kassel (HWGV) haben sich der Aufgabe gemeinsam angenommen. „Qualität geht vor Quantität“, sagt Naturpark-Geschäftsführer Jürgen Depenbrock. Ziel sei gewesen, das Wegeangebot so einzuschränken, dass die regelmäßige Prüfung und Pflege bewältigt werden kann. Am Ende wurden 115 Streckenkilometer aus dem Netz herausgenommen. Mit grün-grauer Farbe wurden ungezählte Markierungen übermalt.

Unangetastet blieben die Aushängeschilder Habichtswaldsteig und Kasselsteig. Aber auch die Fernwanderwege, von denen gleich mehrere durch das Gebiet führen, wurden in ihrer Streckenführung nicht verändert. Am Ende blieben aber immer noch etliche Routen zu bearbeiten, von denen nicht alle besonders attraktiv gewesen seien, so Erik Neumeyer vom Deutschen Wanderverband in Kassel.

Bei der Planung, welche Markierungen entfallen und welche Streckenführungen verändert werden, hat sich das Projektteam Qualitätskriterien aufgestellt: Weil die Gastronomie am Hohen Habichtswald abnimmt – zuletzt traf es das Gasthaus Zum Silbersee – sollten Wege wenn möglich an Gasthäusern vorbeiführen. Zudem spielten landschaftliche Höhepunkte, ein natürlicher Boden und schöne Ausblicke eine Rolle. „Es war uns an mehren Stellen möglich, Highlights neu zu verbinden“, sagt Depenbrock.

So unübersichtlich war das Wandernetz: die bis vor Kurzem markierten Strecken im Hohen Habichtswald.

Dieter Hankel, Vorsitzender des HWGV Kassel, verweist darauf, wie wichtig ein gut gepflegtes Wanderstreckennetz ist: „Markierungen sind Naturschutz. Sonst laufen die Menschen querfeldein, schrecken das Wild auf und zerstören die Natur.“

Damit sich die Wandertouristen künftig besser orientieren können, wurden an Wanderparkplätzen die jahrzehntealten Holztafeln durch 24 Infotafeln ersetzt. Auf diesen befinden sich ausführliche Tourenbeschreibungen.

Der Bedarf ist jedenfalls größer denn je: „Seit dem Lockdown sind die Wanderparkplätze voll“, sagt Erik Neumeyer. Und Depenbrock ergänzt, dass der Ansturm auf die Natur auch Nachteile habe. So werde der Wald zunehmend vermüllt. (Bastian Ludwig)

Aufruf: Der HWGV sucht Wegewarte, die die Wege regelmäßig überprüfen. Interessierte wenden sich an info@hwgv-kassel.de

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