Neue Wandertafeln machen Orientierung mitunter schwer

Wo geht‘s denn hier lang? Neue Wandertafeln im Habichtswald verwirren mancherorts

War irritiert: Joachim Brehme vor einer der neuen Wandertafeln unterhalb des Bismarckturms. Die abgebildete Karte ist nicht in die südliche Blickrichtung ausgerichtet, sondern nach Norden.
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War irritiert: Joachim Brehme vor einer der neuen Wandertafeln unterhalb des Bismarckturms. Die abgebildete Karte ist nicht in die südliche Blickrichtung ausgerichtet, sondern nach Norden.

Die neuen Wandertafeln im Hohen Habichtswald gefallen Joachim Brehme aus Kassel im Prinzip sehr gut. Sie seien übersichtlich und böten deutlich mehr Informationen als die alten aus Holz. „Wenn man sich jetzt auf diesen auch noch einfach orientieren könnte, wäre ich auch sehr zufrieden“, sagt der pensionierte Lehrer und passionierte Wanderer.

Kassel – Regelmäßig läuft Brehme eine Runde vom Wanderparkplatz an der Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Bismarckturm. Dort fiel ihm kürzlich eine der insgesamt etwa 30 neuen Wandertafeln auf, die der Naturpark Habichtswald an Wanderparkplätzen im Hohen Habichtswald hat aufstellen lassen (HNA berichtete). Sein erster Eindruck war: Die abgebildete Karte mit den Tourenvorschlägen ist völlig verkehrt. Man stehe vor der Karte, sehe den eingezeichneten Standort und habe das Gefühl, die Wanderwege seien auf der falschen Seite der Konrad-Adenauer-Straße eingezeichnet worden. „Als Ortsfremder laufe ich also in Richtung Dönche statt zum Bismarckturm – und beim Gasthaus Steinernes Schweinchen komme ich nie an.“

Erst auf den zweiten Blick wurde Brehme klar, woher die Desorientierung rührt. Die abgebildete Karte ist nicht in Blickrichtung ausgerichtet worden, sondern genordet. Weil die Tafel, an der sie befestigt ist, aber nicht ebenfalls Richtung Norden, sondern Richtung Süden aufgestellt wurde, ergibt sich das Durcheinander im Kopf. „Für Fachleute mag dies üblich sein. Die meisten Wanderer oder Spaziergänger werden aber kein GPS oder Kompass dabei haben, um sich zunächst über die Himmelsrichtungen zu orientieren“, glaubt Brehme. Vor allem Ortsfremde würden allein auf die Karte vertrauen.

Der Naturpark Habichtswald wolle den Hinweis ernst nehmen, so dessen Geschäftsführer Jürgen Depenbrock. Die genordeten Karten seien aber auf jeden Fall heute das Maß aller Dinge. Karten, die nur nach der Blickrichtung des Betrachters ausgerichtet sind, soll es nicht mehr geben. Allerdings solle dort, wo es der Platz zulässt, beides zusammengebracht werden. Am Bismarckturm sei einfach die neue Karte am alten Gestell befestigt worden. „Wir werden eine Versetzung des Gestells prüfen“, sagt Depenbrock.

Bei allen weiteren Wandertafeln, die erneuert werden, wolle man die Anregung im Blick haben und schauen, ob es bessere Aufstellorte gebe. „Aber etwas Mitdenken wird auch künftig vom Wanderer gefordert werden müssen“, stellt Depenbrock klar. (Bastian Ludwig)

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