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Wohlfühl-Oasen für Insekten

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Von: Sascha Hoffmann

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Am Beet: Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer und die Mitglieder der Waldjugend
Am Beet: Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer (rechts) stattete den Mitgliedern der Waldjugend am Samstag einen Besuch ab, während sie entlang des Erleweges etwas mehr als 700 Stauden einpflanzten. © Sascha Hoffmann

Die Waldjugend im Habichtswald pflanzt eine duftende Wohlfühl-Oase für Insekten entlang des Erlewegs

Habichtswald – Mit dem Duft des Thymians muss sich die kleine Valentina erst noch anfreunden. „Das riecht aber komisch“, sagt die Achtjährige, nachdem sie am Samstagvormittag eine Staude des bodendeckenden Krauts im kleinen Beet mitten in Ehlen eingebuddelt hat.

Sie ist mit ihren Freunden der Waldjugend gekommen, um Heidi Weber von der Gemeinde beim Bepflanzen von vier Flächen entlang des Erlewegs zu unterstützen.

Weber mag den Geruch des Krauts, das von Juni bis August herrlich violett blüht und etwa acht bis zehn Zentimeter hoch wird. „Das ist so herrlich mediterran“, sagt die Bauhofmitarbeiterin und kündigt an, noch weitere Küchenkräuter auf ihrem Pflanzplan zu haben.

Nicht nur die Verschönerung des Ortes, sondern das Schaffen neuer Wohnräume für Insekten ist das Ziel

Die Aktion hat sie bis ins Kleinste vorbereitet, geht es schließlich nicht nur um die Verschönerung des Ortes, sondern auch um neue Lebensräume für Insekten.

Die Stauden hat Weber deshalb aus Sicht des Natur- und Artenschutzes ausgewählt, sollen die Beete doch schon bald zu kleinen Wohlfühloasen heranwachsen. Die Bewohner: Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge.

Die Hummeln können sich künftig über ihr rot-blau-violettes Staudenallerlei freuen, sie nämlich lieben Thymian, der im ersten von vier Beeten neben Duftnesseln, Wiesensalbei und vielem mehr wachsen soll.

„Die Flächen zwei und drei sind für die Wildbienen gedacht“

„Die Flächen zwei und drei sind für Wildbienen gedacht“, informiert Weber, die dafür einmal gelb und rosa blühende Stauden von Habichtskraut bis Wiesenstorchenschnabel ausgewählt hat und einmal blau und rosa blühende von der Kugeldistel bis zur wilden Zwergaster.

„Normale Astern können sehr hoch werden, weil wir hier aber auch auf den Straßenverkehr achten müssen, haben wir uns für die Minivariante entschieden“, so die Expertin, die auch Töchterchen Helene zur Pflanzaktion mitgebracht hat.

Gemeinsam mit den Waldjugendkindern setzen sie geduldig Pflanze um Pflanze, bis auch das Schmetterlingsparadies mit blau-violetten Akzenten fertig ist.

Dass die Bürger mit eingebunden werden, ist Faßhauer ein wichtiges Anliegen

Das begeistert Bürgermeister Dr. Daniel Faßhauer, der die Standorte gemeinsam mit Weber ausgewählt hat. Auch er packt mit an, profitiert er als Rathauschef schließlich von der Aktion. Sind sie erst mal richtig angewachsen, halten sie laut Weber „für Jahre“. Und die Flächen machen „wahrscheinlich weniger Arbeit als etwa ein Blühstreifen“.

Dass die Bürger mit eingebunden werden, ist Faßhauer ein wichtiges Anliegen: „So sind es auch ihre Beete“. Über die werden sich spätestens dann alle freuen, wenn sie sich in ein paar Wochen in kleine Blütenparadiese verwandelt haben. Wer weiß, vielleicht gibt die kleine Valentina dann auch dem Duft ihres Thymians nochmal eine Chance.

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