Habichtswalder gründen Bürgerinitiative gegen Starkstromtrasse

Gemeinsam gegen die geplante Stromtrasse SuedLink: Über 200 Habichtswalder gründeten am Freitagabend eine Bürgerinitiative. Auch zahlreiche Burghasunger, die von der neuen Trassenvariante noch massiver betroffen wären, waren gekommen. Für sie und die Zierenberger Bürger soll Anfang Dezember ebenfalls eine Informationaveranstaltung stattfinden. Fotos: Hoffmann

Ehlen. Nun positionieren sich auch die Habichtswalder klar gegen die vom Stromnetzbetreiber Tennet geplante Umsetzung einer 800 Kilometer langen Hochleistungs-Gleichstromtrasse.

Diese soll quer durch Deutschland verlaufen und könnte ihre Gemeinde treffen. So zumindest sieht es eine neue von Tennet veröffentlichte Trassenvariante vor, die entlang der A44 an Ehlen vorbeiführen würde.

„Wenn in Norddeutschland viel Strom produziert wird und im Süden Kapazitäten fehlen, ist es zwar logisch, dass er vom einen Ende Deutschlands ans andere transportiert werden muss, doch es geht um die Frage des Wie“, sagt Bürgermeister Thomas Raue. „Uns ist bis heute nicht erklärt worden, warum nicht die Osttrasse genutzt wird, uns fehlen als Kommune Informationen, wir stehen völlig im Dunkeln.“

Das wollen sich Raue und die Habichtswalder nicht länger bieten lassen. Mehr als 200 Bürger trafen sich am Freitagabend im Ehlener Dorfgemeinschaftshaus, um sich nach einem über zweistündigen Informationsaustausch zu einer Bürgerinitiative zusammenzuschließen. Mit Habichtswalds ehemaligem Bürgermeister Wolfgang Aßauer an der Spitze, wollen sie nun gegen den neuen Vorschlag mobil machen, dabei eng mit der Bürgerinitiative Bad Emstal zusammenarbeiten.

Deren Vorsitzende Veronika Papenhagen-Stannick:„Der Bau wäre ein massiver Eingriff in die Natur mit bislang ungeklärten Auswirkungen.“ Es sei mit Gesundheitsbeeinträchtigungen durch elektrische und magnetische Felder zu rechnen, die bis hin zu Krebst reichen könnten.

Den massiven und dauerhaften Eingriff in das Landschaftsbild durch die mindestens 75 Meter hohen und 40 Meter breiten Strommasten veranschaulichte auch Landschaftsplaner Detlef Schmidt, der anhand von Karten den Verlauf der kürzlich von Tennet aufs Trapez gebrachten Trassenvariante vorbei an Zierenberg, Burghasungen und Ehlen visualisierte. Zudem brachte er Licht ins Dunkle des komplizierten Planungsverfahrens, das noch die Möglichkeit zu Widerstand gebe. „Solange das Planfeststellungsverfahren noch nicht eingeleitet ist, können wir etwas bewegen.“

Möglichst viele Widersprüche

Eine Chance sieht Papenhagen-Stannick in möglichst vielen Widersprüchen während des Raumordnungsverfahrens, welches beginne, wenn seitens von Tennet die Antragstellung zur Bundesfachplanung erfolgt sei. „Je mehr individuelle Widersprüche bei der Bundesnetzagentur eingehen, desto mehr muss geprüft werden und desto mehr Zeit haben wir, um uns gegen die Trasse zu wehren.“

Wer Mitglied in der Bürgerinitiative werden will, kann eine Mail mit Betreff „SuedLink“ an info@habichtswald.de senden.

Von Sascha Hoffmann

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