Heiko Weiershäuser für Arbeit mit Flüchtlingen geehrt

Im Gespräch: Heiko Weiershäuser mit Familienministerin Manuele Schwesig in Berlin. Foto:  nh

Wolfhagen. „Wie ich zu dieser Ehre gekommen bin, weiß ich nicht", sagt Heiko Weiershäuser. Der Wolfhager SPDler wurde mit rund 400 anderen Parteimitgliedern aus ganz Deutschland nach Berlin eingeladen. Und sie alle haben eins gemeinsam: Sie setzen sich in ihren Heimatorten für Flüchtlinge ein.

Heiko Weiershäuser hat vor etwa anderthalb Jahren begonnen, Menschen aus anderen Ländern die deutsche Sprache beizubringen. Zwei Mal pro Woche steht er vor einer Gruppe von Frauen und erklärt ihnen, was Mund und Kopf heißt, was Lichtschalter und was Briefkasten. Angefangen hatte es mit der Betreuung eines Jungen in der Grundschule in Wolfhagen, schließlich wurden es immer mehr, denen er die Sprache beibrachte. Mittlerweile unterrichtet er in einem Raum in der Pommernanlage.

„Sollen zurecht kommen“

„Manchmal“, sagt er, „macht man das mit Händen und Füßen.“ Aber es klappt. Beeindruckt hat ihn die Gastfreundschaft der Frauen. Immer, wenn er kommt, stehen bereits Kekse, Gebäck und Kaffee auf dem Tisch. „Und das, obwohl sie kaum Geld haben.“ Wenn die Frauen soweit sind, wechseln sie dann zum Deutsch-Kurs der Volkshochschule (Vhs). Auch dort steht Weiershäuser den Teilnehmern helfend zur Seite. „Sie sollen bei uns zurecht kommen“, wünscht sich der 52-Jährige.

Für die Flüchtlinge ist er aber nicht nur ein sogenannter Sprachpate. Immer wieder begleitet er Frauen und Männer zum Arzt oder zu Behörden. Zumindest, so lange es sein eigener Gesundheitszustand zulässt. Weiershäuser hat einen Tumor im Kopf, und ist deshalb nur eingeschränkt einsetzbar, wie er sagt. Zwei Stunden Arbeit sind kein Problem, dann muss er erst einmal pausieren, bevor es weitergeht.

Auch die Wolfhager wissen längst, dass sich Heiko Weiershäuser für die Flüchtlinge einsetzt - und laden immer öfter Kleidung, Spielsachen und ähnliches bei ihm ab, damit er es mitnimmt in die Pommernanlage. „Ich bin stolz darauf, wie gut das hier in Wolfhagen läuft“, sagt er. „Die Hilfsbereitschaft ist großartig.“

Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel dankte Weiershäuser und den anderen Ehrenamtlichen mit den Worten: „Ihr seid die Besten.“ So weit würde der Wolfhager nicht gehen. Ihm ist nur eins wichtig: „Alle sollen hier Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit genießen können.“

Von Julia Renner

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