Adventsserie "Wir öffnen Türen"

Hier wird gebetet: Blick in die Moschee in Altenhasungen

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Hier geht es rein: Durch diese Glastür betritt man das Innere der Moschee des Sufi-Vereins „Sufipfad der Liebe“ in Altenhasungen.

Die schlichte Glastür am Eingang der Moschee der Sufi-Gemeinde in Altenhasungen lässt Besucher schon einmal einen Blick ins Innere werfen.

Eine Notiz an der Tür weist darauf hin, dass Besucher bitte die Schuhe ausziehen mögen, bevor sie den großen Raum betreten. Gleich hinter der Tür befindet sich ein Schuhregal, wo sie die Schuhe hineinstellen können.

Auch wenn es vielen unbekannt ist: Die Moschee ist ein offener Raum. „Jeder ist willkommen, egal welcher Religion oder welchem Geschlecht er angehört“, sagt Ahmadullah Khalid, der Vorsitzende der Sufi-Gemeinde und des Vereins „Sufi-Pfad der Liebe“. Er ist Moslem, gehört dem Sufismus an, eine liberale, mystisch ausgerichtete Strömung innerhalb des Islams.

Moschee noch ungeweiht

Offiziell ist die Moschee noch nicht eingeweiht, denn sie befindet sich noch in der Bauphase. Vor fast zwei Jahren hat der Verein mit dem Bauprojekt eines interreligiösen Zentrums auf dem Gelände der ehemaligen Rasenmühle begonnen. Dazu musste die große Scheune zunächst entrümpelt werden. Jede Menge Lastwagenladungen Schutt wurden aus der Scheune transportiert. 

Anschließend wurde das Gebäude von Grund auf renoviert und saniert. Momentan wird eine neue Heizung eingebaut, damit die Gemeindemitglieder auch im Winter zum Gebet gehen können. Die Moschee besteht nur aus einem großen, hohen Raum mit Fenstern und einer flachen Decke, von der Lampen herunterhängen. 

Lautsprecher für bessere Übertragung 

Auf dem Boden liegen viele, bunte Teppiche, und bequeme, tiefe Sessel befinden sich entlang einer hohen Wand. Rechts und links im Raum stehen Lautsprecher, die die Predigt des Imams – also des islamischen Predigers – bei großen Veranstaltungen übertragen.

So sieht es innen aus: Dieses Bild zeigt den Gebetsraum der Moschee mit den vielen bunten Teppichen, auf denen die Gläubigen zum Gebet niederknien.

Insgesamt wirkt der große Raum gemütlich und warm. Hier können Ahmadullah Khalid, seine Familie und Freunde bis zu fünf Mal am Tag das Gebet nach dem islamischen Ritual in Richtung Mekka verrichten. Zum Freitagsgebet gehen die Mitglieder der Sufi-Gemeinde in die Moschee der islamischen Gemeinde am Bahnhof in Wolfhagen.

Sufi-Gemeinde offen für Gleichberechtigung 

Während des Gebets sind Frauen und Männer normalerweise getrennt, doch die Sufi-Gemeinde sieht das nicht so eng. Es gibt zwar einen extra Raum in der ersten Etage für Frauen, aber wenn die Familien zusammen beten, sind die Frauen auch im großen Raum anwesend.

Die Moschee ist aber nicht nur ein Raum zum Beten, sondern auch ein Treffpunkt zum Dialog. Und Ahmadulla Khalid wünscht sich vor allem einen interreligiösen Dialog. So wird zwar in der Familie des 43-Jährigen das Weihnachtsfest nicht gefeiert, doch er toleriert und respektiert die christlichen Traditionen. Sowohl er als auch seine Kinder nehmen an Weihnachtsfeiern im Betrieb und in der Schule teil. „Wir lieben und respektieren Jesus. Er wird oft im Koran erwähnt und ist ein Vorbild für uns“, sagt Ahmadullah Khalid.

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