Haushalts- und Betreuungshilfen gefragt wie selten

Hilfe aus Polen bei Senioren gefragt: Zahl stieg um mehr als 30 Prozent

Wolfhager Land. Haushalts- und Betreuungshilfen sind gefragt wie selten zuvor. Um möglichst lange in der eigenen Wohnung bleiben zu können und als Alternative zum Seniorenheim suchen sich immer mehr ältere Menschen eine Hilfskraft. Der Markt boomt.

Vor allem sind es Frauen aus osteuropäischen Ländern, die engagiert werden. Nach Zahlen der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitskräfte aus Polen im Landkreis Kassel innerhalb eines Jahres (2012 auf 2013) von 495 auf 650 gestiegen, das sind 31 Prozent und bei den geringfügig Beschäftigten stieg die Zahl der als Haushaltshilfen erfassten Personen sogar von 127 auf 175 Arbeitnehmer (38 Prozent).

Die Beschäftigung befindet sich teilweise in einer Grauzone. Denn rechtlich gesehen sind die Betreuungskräfte oder Haushaltshilfen eben Hilfen für den Haushalt, aber keine Pflegekräfte. Dies ist Aufgabe der Pflegedienste oder von examinierten Pflegekräften. Das aber sind die Haushaltshilfen im Regelfall nicht.

Im Raum Wolfhagen erhalten die Frauen, die meist aus Polen oder Rumänien kommen, zwischen 900 und 1700 Euro - teilweise schwarz. Kost und Logis sind frei, und dass es die Möglichkeit gibt, mit der Heimat zu kommunizieren, wird erwartet, per Internet oder per Telefon.

Oft laufen die Beschäftigungsverhältnisse unter der Hand. Die Dunkelziffer ist hoch. Beim Landkreis, wo Schwarzarbeit gemeldet wird, sei in den vergangenen zwei Jahren aber kein Fall bei den Haushaltshilfen bekannt geworden, sagt Sprecher Harald Kühlborn.

Von Bea Ricken und Michael Rieß 

Rubriklistenbild: © dpa

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