Kommentar zu AfD-Mann Klasen: Nicht zu tolerieren

Weil der nordhessische AfD-Abgeordnete Gottfried Klasen im Internet gegen Juden hetzte, fordern die Kreis-FDP, -SPD und -Grüne den Ausschluss von Klasen. Ein Kommentar von Peter Ketteritzsch.

Das Muster, nach dem der AfD-Kreistagsabgeordnete Klasen vorgeht, ähnelt dem seines Kollegen Wolfgang Gedeon im baden-württembergischen Landtag: Beide beteuern, keine Antisemiten zu sein, nachdem sie sich auf inakzeptable Weise über Juden geäußert hatten.

Bei der Reaktion der Partei auf die Entgleisungen gibt es aber einen entscheidenden Unterschied: Während AfD-Co-Chef Jörg Meuthen in Baden-Württemberg letztlich klare Kante zeigte und zusammen mit zwölf weiteren Abgeordneten die Landtagsfraktion verließ, hält Kreis-AfD-Chef Kohlweg die Sache offenbar für eine parteiinterne Angelegenheit, die man in Ruhe lösen kann.

Doch da ist der Nachwuchspolitiker auf dem Holzweg. In der Sache gibt es nichts zu verzögern. Ganz im Gegenteil: Schnelles Handeln ist gefragt.

Die AfD im Landkreis und deren Kreistagsfraktion müssen deutlich machen, dass sie die Aussagen Klasens nicht tolerieren. Sonst bleibt der böse Verdacht, dass die AfD rechtsextremistische Versuchsballons startet - toleriert von der Spitze der Partei.

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