Forstexperte will die Aufgabe für ein Jahr übernehmen

Holzverkauf in Wolfhagen ist vorerst geregelt

Durch die neue Aufgabe des Holzverkaufs seit 1. Oktober sind die Kommunen Wolfhagen, Liebenau, Calden und Grebenstein unter Druck geraten. Nun zeichnet sich eine Lösung ab.

Wie berichtet, erwartet das Bundeskartellamt von Städten und Gemeinden mit mehr als 100 Hektar Wald, dass sie den Verkauf ihrer Bäume selbst organisieren. Der staatliche Holzverkauf verstoße gegen das Kartellrecht, monierte die Behörde. Bisher hatte Hessen Forst dies neben der Beförsterung, an der sich nichts ändert, für alle in der Region erledigt. Unterschiedliche Fristen gaben manchen mehr Zeit als anderen.

Wolfhagen, Liebenau, Calden und Grebenstein wollen sich mit vielen anderen Kommunen in einer Holzverkaufsorganisation (HVO) Nordosthessen zusammen schließen, um als Gruppe eine bessere Marktposition zu zeigen. Diese HVO wird laut ihres Sprechers Reinhard Schaake, der auch Bürgermeister in Wolfhagen ist, nicht vor Mitte 2020 ins Laufen kommen. Zu spät für die vier Kommunen, deren Frist bereits am 1. Oktober ablief. In dieser Woche zeichnet sich eine Übergangslösung ab, die, genau wie der Beitritt zur HVO, noch von den Kommunalparlamenten abgesegnet werden muss: Ein privater Forstexperte bietet an, das Holz bis zur Gründung der HVO für die Kommunen zu verkaufen. „Eine gute Lösung“, wie Schaake findet. Immerhin ist einiges zu tun. Der schlechte Zustand der Bäume allerorten vergrößert enorm die Menge des Holzes, das aus den Wäldern geholt werden muss. Die Preise sind laut Schaake wegen des hohen Angebotes schlecht. Dennoch müsse eine Kommune wie zum Beispiel Wolfhagen jetzt statt 12 000 Festmetern jährlich 45.000 Festmeter aus den Wäldern holen.

Die finanzielle Situation ist für die Kommunen ein Argument für die HVO, weil die Einrichtung vom Land über drei Jahre anschubfinanziert wird und in den Folgejahren eine Vermarktungsprämie von zwei Euro pro Festmeter Holz fließt. Diesen Vorteil könnte auch Kommunen zu einem späteren Beitritt bewegen, die sich zum 1. Oktober vorerst eigene private Holzvermarkter gesucht hatten.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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