Senkung der Mehrwertsteuer: Geld fließt in Modernisierung

Hoteliers im Altkreis investieren kräftig

Wolfhager Land. Hoteliers investieren kräftig, seit die Mehrwertsteuer für Übernachtungen gesenkt wurde. Diese fiel im Januar 2010 von 19 auf sieben Prozent. Hotelier Marko Kuhaupt aus Leckringhausen (Landhotel Mulot) hat für seine Gäste einen Wellnessbereich mit Trainingsgeräten und Massageabteilung eingerichtet.

„Vor der Mehrwertsteuersenkung ist für Investitionen kaum etwas übrig geblieben“, so Kollege Stefan Frankfurth aus Bad Emstal (Emstaler Höhe). Nun wurden Zimmer modernisiert und die EDV-Technik aufgerüstet. Jürgen Günst aus Naumburg (Weidelshof) hat die eingesparte Mehrwertsteuer investiert: „Das Geld ist bei uns direkt in die energetische Sanierung und eine Holzhackschnitzelanlage eingeflossen.“

Auch in Kassel geht es im Hotelgewerbe rund: Hotelier Thomas Nähler (Zum Steinernen Schweinchen) zum Beispiel steckt 2,2 Millionen Euro in den Ausbau des Traditionshauses an der Konrad-Adenauer-Straße und hat zwei neue Mitarbeiter eingestellt. Fünf weitere sollen folgen. Ralf Gude (Hotel Gude) investiert 1,5 Mio. Euro. „Die Senkung der Mehrwertsteuer hat uns viele Vorteile gebracht“, sagt der Hotelier. Sie habe dem Hotelgewerbe geholfen, durch die Wirtschaftskrise zu kommen. Dank der Entlastung könnten die Betriebe nun notwendige Investitionen nachholen, sagt Anna Homm, Geschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Nord- und Osthessen. Dabei entstehen auch neue Arbeitsplätze.

Die Investitionen zahlen sich offenbar aus. Die Auslastung bei Übernachtungen ist von Januar bis Mai um 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Sie liegt nun bei 35,7 Prozent. Die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten freien Stellen im Gastgewerbe in Stadt und Kreis Kassel ist von 151 im Januar 2009 auf 101 im Juli 2011 gesunken. ZUM TAGE / SEITE 2

Von Bea Ricken und Ellen Schwaab

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