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Hoteliers im Kreis Kassel sind sauer

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Von: Bea Ricken

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Luftbild Landkreis Geno Hotel Baunatal
Das Geno-Hotel in Baunatal. © Schachtschneider, Dieter

Documenta-Sprecherin schickt Gäste nach Göttingen.

Wolfhager Land – Documenta-Zeit bedeutet eigentlich Hochbetrieb in Unterkünften im Landkreis Kassel. Diesmal ist nach Auskunft des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) noch Luft nach oben. „Wir hoffen, dass sich die Anfragen von Gästen in den kommenden Wochen noch erhöhen“, sagt Dehoga-Sprecher Oliver Kasties. Hintergrund seien viele Faktoren, wie der Ukraine-Krieg und die damit verbundenen Reiseschwierigkeiten, immer noch Corona und die schlechte Wirtschaftslage. Angesichts der schleppenden Buchungen sind der Dehoga angeschlossene Hoteliers besonders sauer über die Äußerung einer documenta-Sprecherin, die Besuchern von außerhalb den Tipp gab, auf Unterkünfte in Göttingen auszuweichen.

„Ich bin total verärgert. Wir haben hier im Landkreis Betten frei und sogar die Gästekarte, mit der documenta-Besucher kostenlos unterwegs sind“, so Jörg Waßmuth vom Schiffchen in Wolfhagen. Im Übrigen seien seine Gäste unzufrieden mit der mangelhaften Ausschilderung. „Wer nicht digital suchen kann, findet nichts“, so Waßmuth. Ihm fehlten in diesem Jahr Buchungen von asiatischen Gästen.

Ähnlich sieht es auch im Geno-Hotel Baunatal aus. „Das internationale Geschäft ist derzeit gering“, sagt Hoteldirektor Michael Bethke. In diesen unsicheren Zeiten rechnet er eher mit kurzfristigen Buchungen. Am Wochenende würde es inzwischen ganz gut laufen. Auch Bethke hat sich über die Äußerung der documenta-Sprecherin geärgert. „Es gibt hier im Landkreis viele attraktive Hotels.“

Im „Alten Brauhaus“ in Hofgeismar sei die Buchungslage ganz in Ordnung, meint Mitinhaber Uwe Humburg. Er habe Familien, die in Kassel keine Unterkunft mehr bekommen haben und viele ältere Leute.

Auch im Baunataler Hotel Scirocco fehlten Asiaten und russische Gäste in diesem Jahr, erklärt Marcel Werner. Da sei wohl der Ukraine-Krieg schuld. Werner hofft, dass die negativen Schlagzeilen zur Antisemitismus-Debatte auch etwas Positives haben könnten: Die Gäste neugierig auf die documenta zu machen und die Buchungszahlen anzukurbeln. (Bea Ricken)

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