„Ich werde nicht abheben“

Interview: Thomas Raue (SPD) über seinen Wahlsieg in Habichtswald

Blumen von den Rathausmitarbeiten für den Wahlsieger: Der alte und neue Bürgermeister Thomas Raue reichte den Strauß an Ehefrau Katja weiter. Foto: Thon

Habichtswald. Thomas Raue (SPD) wird weitere sechs Jahre seine Arbeit im Rathaus fortsetzen. Wir sprachen mit dem alten und neuen Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald.

Herr Raue, wie fühlen Sie sich nach dem Wahlsieg?

Thomas Raue: Ein solch gutes Ergebnis ist nicht selbstverständlich und daher freue mich über das mir entgegengebrachte Vertrauen. So eine Bestätigung gibt mir ein gutes Gefühl, ist aber kein Anlass nachzulassen, insofern saß ich heute früh - wie jeden Morgen - um 8 Uhr am Schreibtisch.

Hat Ihnen Herr Klippert zu Ihrem Erfolg gratuliert?

Raue: Nein - weder persönlich noch telefonisch oder via Mail.

Worauf führen Sie Ihren klaren Wahlsieg zurück? 

Raue:  Ich denke, dass die Wähler meinen Einsatz in den letzten sechs Jahren wertgeschätzt haben. Das Wohl der Gemeinde liegt mir am Herzen, und die Menschen haben gespürt, dass ich mich mit Habichtswald absolut identifiziere. Wir haben viel umgesetzt, die Menschen trauen mir zu, die Entwicklung der Gemeinde voranzubringen. Wichtig ist mir persönlich, dass ich ein Mensch mit Bodenhaftung geblieben bin. Auch das tolle Ergebnis wird mich nicht dazu verleiten abzuheben.

Was sagen Sie zu der dramatisch niedrigen Wahlbeteiligung von 44,8 Prozent? 

Raue: Das ist in der Tat ein Umstand, der mich ein wenig nachdenklich stimmt. Ich hätte mir schon eine Wahlbeteiligung von über 50 Prozent gewünscht. Welche Umstände nun genau dazu geführt haben, warum die Menschen nicht zur Wahl gegangen sind, ist spekulativ. Bei diesem eindeutigem Ergebnis könnte die Vermutung allerdings sehr nahe liegen, dass es auch mit dem vorher prognostiziertem Ausgang zu tun hatte.

Wie wird sich Habichtswald in den kommenden sechs Jahren mit Ihnen als Bürgermeister verändern? 

Raue: Es ja nicht so, dass ich vor der Wahl alle Projekte und Maßnahmen abgeschlossen hätte und heute neu beginne. Im Gegenteil: Ich werde gemeinsam mit den Verantwortlichen in den politischen Gremien und mit meinem Team den eingeschlagenen Weg weiter gehen. Wir haben viele Projekte begonnen und werden diese fortführen.

Was ist in den nächsten Wochen das Wichtigste? 

Raue: Die Vorbereitungen auf den Nachtragshaushalt 2014 sind im vollen Gange und auch der Haushaltsentwurf 2015 steht an. Auch wollen wir Klarheit bei den beiden Bauprojekten. Das Konzept für die Inanspruchnahme von Tagesmüttern ist ebenso wie der neue Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr verwaltungsseitig fertig, so dass die politischen Beratungen in Kürze beginnen können.

Wie ist Ihre Meinung zur außerparlamentarischen Opposition, die Herr Klippert zu bilden angekündigt hat? 

Raue: Was soll ich dazu sagen? Eine kritische Begleitung ist wichtig und gehört zur parlamentarischen Demokratie. Es muss allerdings konstruktiv sein. Nur Öl ins Feuer schütten zu wollen, ohne jedoch eigene Ideen und Vorstellungen zu haben, ist meines Erachtens zu wenig. Aber: Jeder ist seines Glückes Schmied.

Von Antje Thon

Fotos von der Wahl

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