Auch in Wolfhager Kreisklinik geht der Trend in diese Richtung

Immer mehr Geburten durch Kaiserschnitt

Wolfhager Land. Immer mehr Schwangere in Deutschland bringen ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Demnach hat sich die Zahl der Kaiserschnittgeburten in knapp zwanzig Jahren verdoppelt: Von bundesweit 663 000 schwangeren Frauen brachten im Jahr 2008 rund 30 Prozent ihr Kind auf diese Weise zur Welt, berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Zum Vergleich: Im Jahr 1991 lag die Rate noch bei 15 Prozent.

Auch in der Wolfhager Kreisklinik ist dieser Trend angekommen: 37,5 Prozent der Frauen brachten ihre Babys im vorigen Jahr per Kaiserschnitt zur Welt, berichten die Gynäkologinnen Dr. Marion Reif-Kaiser und Dr. Julia Jungermann.

Das sind 86 Kaiserschnitte bei insgesamt 229 Geburten. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren hätten Frauen der Wolfhager Klinik zunehmend den Wunsch nach einem Kaiserschnitt geäußert, berichtet Dr. Reif-Kaiser. Die Gründe hierfür sieht die Gynäkologin vor allem in einem zunehmenden Sicherheitsbedürfnis der Eltern.

Doch die meisten dieser Eingriffe sind laut Dr. Julia Jungermann medizinisch notwendig. Dazu zählen beispielsweise ein ausgeprägter Bluthochdruck der Mutter oder Erstgebärende ab 40 Jahren. Bei diesen Frauen könnten unter einer normalen Geburt Komplikationen auftreten. Auch der Gesundheitszustand des ungeborenen Kindes erfordere manchmal schnelles Eingreifen durch einen Kaiserschnitt.

Wichtig sei in allen Fällen eine umfassende Aufklärung über das Risiko eines solchen Eingriffs. So sei bei der Mutter die Gefahr einer Thrombose oder von Blutungen erhöht. Aber auch beim Baby können nach einem Kaiserschnitt Komplikationen, etwa mit der Atmung, auftreten. Die Wolfhager Gynäkologinnen raten daher – vorausgesetzt Mutter und Kind sind gesund – zu einer natürlichen Geburt. (pve)

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