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Ippinghäuserin möchte mit ihrer Kunst Menschen Mut machen

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Von: Bea Ricken

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Eingerahmte Landschaft: Die Idee stammt von der Ippinghäuserin Beate Figge, die sechs der Holzrahmen rund um ihren Heimatort aufgestellt hat.
Eingerahmte Landschaft: Die Idee stammt von der Ippinghäuserin Beate Figge, die sechs der Holzrahmen rund um ihren Heimatort aufgestellt hat. © Beate Figge/nh

Rahmen sollen Blicke auf schöne Dinge lenken.

Ippinghausen – Es begann als geheime Mission: In ihrer Bastelwerkstatt bereitete Beate Figge hölzerne Rahmen aus Altholz vor, packte dann Stichsäge und Vorschlaghammer in ihren kleinen Smart und machte sich auf den Weg zu landschaftlich schönen Ecken. Schnell stand der Rahmen und lenkt den Blick auf das, was die 61-jährige Ippinghäuserin zeigen möchte: Das wunderschöne Wolfhager Land.

Inzwischen stehen sechs Rahmen in allen Himmelsrichtungen rund um Ippinghausen, und geheim ist die Aktion schon lange nicht mehr. „Seit es sich herumgesprochen hat, habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten“, berichtet Figge.

Angefangen hatte alles im Coronajahr 2020. Die Menschen seien so trübsinnig gewesen und pessimistisch. „Mit den Rahmen wollte ich den Blick auf schöne Dinge lenken.“ Und dazu zähle nun mal die nordhessische Landschaft und besonders das Wolfhager Land.

Als die Krise nicht aufhörte, fühlte sich die Ippinghäuserin erst recht bestärkt, weiterzumachen. Und auch jetzt noch joggt sie mit offenen Augen durch die Landschaft. „Wenn mir etwas ins Auge fällt, gibt es noch einen Rahmen.“

Diese sind krumm und vom Borkenkäfer zerfressen. „Das ist eben Natur, und das mag ich.“ Damit ist sie nicht allein: Spaziergänger geben ihr immer wieder Rückmeldung und besonders beliebt sind die Rahmen als Ausguck bei Raubvögeln. Ihre Hinterlassenschaften sind an jedem Standort zu finden.

Das Zimmern der Rahmen fällt Figge leicht: „Ich bin mit Holz und seiner Verarbeitung aufgewachsen.“ Ihr Vater ist Schreiner und Zimmermann, und auch der Bruder hat einen Beruf mit Holz ergriffen. Eigentlich war es ihr Traum, selbst das Schreinerhandwerk zu erlernen. Aber es sei damals schwer gewesen, in diese Männerdomäne einzusteigen, also wurde Figge Postbeamtin.

Nun kann sie wenigstens nach der Berufstätigkeit ihre Kreativität mit Holz ausleben. Und wenn keine neue Landschaftsschönheit einzurahmen ist, baut sie urige Waldhäuschen und richtet sie detailverliebt ein. (Bea Ricken)

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