Schutz vor Wasser und Schlamm

Ippinghausen: Arbeiten an Dämmen am Georgengraben abgeschlossen

Stadträtin Gisela Nolte und Projektleiter Stephan Schmidt freuen sich über den Abschluss der Arbeiten. Sollte der Wasserstand höher sein als der Betonriegel (hinten), wird es über den Seitenarm rechts abgeleitet.
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Mehr Schutz vor Hochwasser am Georgengraben bei Ippinghausen: Stadträtin Gisela Nolte und Projektleiter Stephan Schmidt freuen sich über den Abschluss der Arbeiten. Sollte der Wasserstand höher sein als der Betonriegel (hinten), wird es über den Seitenarm rechts abgeleitet.

Längst hätte der Hochwasserschutz am Georgengraben vor den Toren Ippinghausens in trockenen Tüchern sein sollen. Doch die Arbeiten mussten Jahr um Jahr verschoben werden. Erst musste eine Stromtrasse verlegt, dann wegen zu hoher Kosten neu ausgeschrieben werden. Anfang Mai schließlich grub sich die erste Baggerschaufel in den Boden am Bach. Und nun sind die Arbeiten beendet.

Wolfhagen – In den zurückliegenden zweieinhalb Monaten errichtete die Firma Emmeluth aus Kassel zwei Staubauwerke – eines aus Beton und eines mit dicken Eichenstämmen aus Wolfhagens Stadtwald. Beide sind identisch gebaut wie die Hochwasserschutzeinrichtungen im Langen Rod, dem benachbarten Tal, durch das die Elbe fließt.

Allerdings sind die Anlagen am Georgengraben, der bei Freienhagen entspringt und bei Ippinghausen in die Elbe mündet, eine Nummer größer, sagt Stephan Schmidt, der für die Stadt Wolfhagen das Projekt begleitet hat. Das hänge mit dem größeren Wassereinzugsgebiet zusammen. Sollte es in den Wäldern oberhalb des Baches zu einem Starkregenereignis kommen – und genau davor sollen die beiden Stauwerke die Menschen in Ippinghausen schützen – dann kommt im Georgengraben jede Menge Wasser zusammen.

Dämme im Langen Rod 2017 errichtet

Aktuell gleicht der Wasserstand im Bach eher einem Rinnsal. Er hatte nicht einmal ausgereicht, um den Probeeinstau vorzunehmen zu können. Hätte man im Graben das Wasser angestaut, wäre im Unterlauf so wenig verblieben, dass dies den Fischen dort nicht gut bekommen wäre.

„Also warten wir auf das nächste Hochwasser“, sagt Schmidt, der aber zuversichtlich ist, dass es die Dämme mit plötzlichen Wassermassen aufnehmen können. Auf ihre Bewährungsprobe warten seit drei Jahren auch die Dämme im Langen Rod, sie waren 2017 errichtet worden.

Dass der Hochwasserschutz für Ippinghausen erforderlich ist, davon ist Stadträtin Gisela Nolte überzeugt. Die Ippinghäuserin kann sich noch gut an den 30. Juni 1987 erinnern, als Wasser und Schlamm sich unaufhaltsam ihren Weg durchs Dorf bahnten und alles mitriss, was sich ihnen in den Weg stellte. Damals war ein Dorfbewohner ertrunken.

430 000 Euro wurden in die jüngsten Schutzmaßnahmen investiert

Seitdem ist der Ort von stärkeren Hochwasserereignissen verschont geblieben. Schmidt und Nolte sind sich sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Dämme im Langen Rod und am Georgengraben als Bollwerke gegen das Wasser benötigt werden.

430 000 Euro wurden in die jüngsten Schutzmaßnahmen investiert. Etwa eine halbe Million Euro war vor vier Jahren ins Lange Rod geflossen. Das Land Hessen hat 95 Prozent der Kosten übernommen.

Inwieweit in Ippinghausen selbst in Sachen Hochwasserschutz noch Handlungsbedarf besteht, sei eine politische Entscheidung. Schmidt und Nolte wissen um eine knapp 100 Meter langen Problemstelle im Ortskern. Vorm Gasthaus Pfeifferling verläuft die Elbe in einem Tunnel – ein Nadelöhr. Zudem sei die Stützmauer an der Waldecker Straße in einem schlechten Zustand.

Stephan Schmidt wolle demnächst eine Kostenschätzung für den Fall vornehmen, dass auch innerörtlich der Hochwasserschutz optimiert werden soll. Ob das aber von der Stadt Wolfhagen und den Anwohnern auch gewollt sei, stehe auf einem anderen Blatt.

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