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Janne van Dyck aus Wolfhagen arbeitete auf einem Kreuzfahrtschiff

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Von: Clara Veiga Pinto

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„Verliebt ins Schifffahren“: Janne van Dyck aus Wolfhagen hat vier Monate auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Von jedem Reiseziel brachte sie sich einen Kühlschrank-Magneten mit.
„Verliebt ins Schifffahren“: Janne van Dyck aus Wolfhagen hat vier Monate auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet. Von jedem Reiseziel brachte sie sich einen Kühlschrank-Magneten mit. © Clara Pinto

„Die beste Zeit meines Lebens“, so erinnert sich die 24-jährige Wolfhagerin. Sie war 4 Wintermonate als Kinderbetreuerin auf einem Kreuzfahrtschiff.

Wolfhagen – Fernweh und Sehnsucht nach Neuem. Das ist es, was viele junge Menschen antreibt. Ein Auslandsaufenthalt nach dem Schulabschluss oder zwischen Studium und neuem Job ist für einige reizvoll. Auch für Janne van Dyck, die sich schon früh nach dem Ausland sehnte. Vor einem Jahr wagte sich die Wolfhagerin „in das größte Abenteuer“ ihres Lebens. Von Dezember 2021 bis April 2022 arbeitete sie im Kids-Club der Kreuzfahrtschiffe Mein Schiff 1 und Mein Schiff 2 und bereiste die Karibik und Norwegen.

„Nach meinem Abitur war ich schon mal für drei Monate in Amerika und habe ein Jugendcamp betreut“, erzählt sie. „Und dann dachte ich: Ich will noch mehr sehen.“ Nach der Amerika-Reise begann die heute 24-Jährige dann aber erst mal ihr Lehramtsstudium. „Von Anfang an wusste ich aber, dass wir ein halbes Jahr Zeit haben zwischen Studium und Referendariat“, sagt sie. Direkt war ihr klar, dass sie in dieser Zeit die Welt bereisen möchte. Ihr Motto: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Kreuzfahrten hatten sie schon immer interessiert. Auch mehrere Bekannte, die auf großen Schiffen arbeiteten, machten ihr die Idee schmackhaft.

Bewerbung für die Kreuzfahrt-Crew: Medizinische Checks, Impfungen und Englisch

In der Bewerbungsphase hatte Janne van Dyck zwei Bewerbungsgespräche auf Englisch, denn das ist die Bord-Sprache. „Mit den Gästen spricht man deutsch. Die Crew-Sprache ist aber englisch“, sagt sie. Nach der Zusage musste sich die 24-Jährige dann erst mal einigen Untersuchungen und Impfungen unterziehen.

Janne van Dyck nannte das Schiff vier Monate ihr Zuhause. Hier zu sehen ist sie vor dem Schriftzug der Britischen Jungferninseln (British Virgin Islands).
Janne van Dyck nannte das Schiff vier Monate ihr Zuhause. Hier zu sehen ist sie vor dem Schriftzug der Britischen Jungferninseln (British Virgin Islands). © Privat

Und dann ging es auch schon los. Von Frankfurt flog sie in die Dominikanische Republik und stieg dort auf die Mein Schiff 2 auf. „Am ersten Tag ging es direkt los mit Sicherheitstrainings“, erinnert sich Janne van Dyck. „Am Anfang brauchte ich ein bisschen, um mich auf diesem großen Schiff zurechtzufinden. Ich habe mich ständig verlaufen“, sagt die Wolfhagerin und lacht. „Aber als ich mich dann auskannte, war es richtig toll.“

Neben unzähligen Freundschaften, die sie knüpfte, war auch die Arbeit im Kids-Club, also die Kinderbetreuung, genau das Richtige für die 24-Jährige. Dass Janne van Dyck und ihre Kollegen von morgens bis abends eine Maske tragen mussten, machte ihr nichts aus. „Corona hat meine Reise quasi gar nicht beeinträchtigt“, sagt sie. Auch in ihrem Umfeld auf dem Schiff fühlte sie sich sehr wohl. „Ich hatte eine Single-Shared-Kabine, also eine eigene Kabine, bei der ich das Bad mit einer anderen Person teilen musste“, sagt sie. So hatte die Wolfhagerin auch etwas Privatsphäre.

Seefahrer-Arbeitsbedingungen: 7-Tage-Woche, Kost und Logis frei

Neben ihrer Bezahlung kam auch die Verpflegung dazu. „So musste man sich wirklich um nichts kümmern. Man lebt dort wie in einer Blase.“ Freie Tage hatte sie nicht – Arbeit an sieben Tagen in der Woche war normal. „Das war natürlich schon anstrengend, aber man muss auch bedenken, dass man sich sonst um nichts kümmern muss. Es kommt keine Post an und du musst nicht kochen – alles ist anders“, beschreibt sie.

Heimweh war kaum ein Thema. „Ich habe mich ab und zu Zuhause gemeldet, aber ich war insgesamt so abgelenkt, dass ich gar nicht so viel Zeit dafür hatte“, sagt sie. Zurück in Wolfhagen brauchte die 24-Jährige ein bisschen Zeit, um wieder anzukommen. „Man muss sich neu strukturieren. Zuhause ist alles anders“, erinnert sie sich. „Die ersten Wochen waren total surreal.“

Janne van Dyck ist froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. „Ich habe mich in das Schifffahren verliebt. Am liebsten wäre ich auch noch länger geblieben, aber ich will mir natürlich auch hier ein Leben aufbauen“, sagt sie. Nochmal eine Schiffsreise zu machen, kann sie sich in der Zukunft vorstellen. Erst mal möchte sie sich aber auf ihr Referendariat konzentrieren.

1000 Crew-Mitglieder auf dem Kreuzfahrtschiff

Während ihrer Zeit auf dem Schiff hat Janne van Dyck viel erlebt und gesehen. Ihre Reise in Zahlen:

Aufbau eines Kreuzfahrtschiffs

Ein Kreuzfahrtschiff ähnelt einer kleinen Stadt. Neben zahlreichen Restaurants gibt es Spa-Bereiche, Geschäfte, Blumenläden, Friseursalons, Kinos und Theater. Im KidsClub können Eltern ihre Kinder tagsüber anmelden. Dort werden sie dann bespaßt. Das Schiff hält an verschiedenen Reisezielen, an denen die Touristen absteigen und Ausflüge machen können. Es gibt aber auch Tage, an denen das Schiff nur auf See ist und nicht hält. (Clara Veiga Pinto)

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