Jugendhilfe Kleiner Bärenberg stellte Arbeit und die Einrichtung vor

Unterstützen und helfen: Der Leiter der Jugendhilfe Kleiner Bärenberg Sven Christian Schäfer (fünfter von links) und zehn der 20 Mitarbeiter, die den Jugendlichen zur Seite stehen. Foto:  Bülau

Wolfhagen. Es kann viele Gründe dafür geben, dass ein junger Mensch eine Zeit lang nicht mehr in seiner Familie, in seiner gewohnten Umgebung leben kann. Einer davon ist der Konsum von Suchtmitteln. Was anfangs nur ab und zu genommen wird, kann schnell zu einem Problem werden, mit dem man nicht mehr fertig wird.

Genau für solche Situationen ist die Jugendhilfe Kleiner Bärenberg in Wenigenhasungen da. An einem Tag der offenen Tür informierte die Jugendhilfe jetzt über ihre Arbeit. „Dieser Tag ist vor allem für unsere Netzwerkpartner gedacht, die schon lange mit uns zusammenarbeiten“, erklärt der Leiter der Einrichtung Sven Christian Schäfer.

Elf von zwölf Plätzen belegt

Damit seien unter anderem die Wilhelm-Filchner-Schule und Sportvereine gemeint. Die Schule nehme die Jugendlichen nach einer Stabilisierungsphase in ihren Schulalltag auf und die Vereine würden immer wieder Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung geben, was für die Wiedereingliederung wichtig sei.

Die Einrichtung feiert im nächsten Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. „Wir haben zwölf Plätze, von denen derzeit elf mit 13- bis 17 Jährigen belegt sind“, erzählt Schäfer. „Zu uns kommen Jugendliche aus ganz Deutschland, die Suchtmittel konsumiert haben. Es gibt bundesweit nicht viele vergleichbare Einrichtungen dieser Art.“

Zunächst kämen die jungen Menschen zur Entgiftung in eine Psychiatrie und anschließend direkt nach Wenigenhasungen, damit sie nicht in ihrem alten Umfeld wieder rückfällig werden könnten, so Schäfer. Anfangs hätten die Jugendlichen kein Handy und auch keinen Zugriff auf das Internet, um Rückfälligkeit zu vermeiden. „Es kann immer vorkommen, dass Freunde, die noch Drogen konsumieren, anrufen oder schreiben und dann sind die Jugendlichen weg“, so Schäfer.

Nach einer Eingewöhnungsphase könnten sie dann aber auch das Gelände verlassen und bekämen ihr Handy wieder.

Stabilität ist wichtig

„Hier sind alle freiwillig. Wir arbeiten ohne Druck und Stress. Wir versuchen, dass irgendwann ein Punkt erreicht wird, an dem man selbst reflektiert und sieht, dass es notwendig ist hier zu sein“, erklärt Sven Christian Schäfer.

Dafür sei Stabilität ein wichtiger Punkt. „Die Jugendlichen sollen so schnell wie möglich wieder in das System zurück, aus dem sie herausgefallen sind“, erklärt der Leiter. Meistens seien die jungen Menschen schon vorher lange nicht zur Schule gegangen und hätten auch sonst am normalen Leben nicht teilgenommen. Deswegen sei das erste Ziel die Jugendlichen wieder in die Schulen zu bringen.

Von Maximilian Bülau

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