Roland Jentzsch züchtet Kampfhühner - Ausstellung demnächst in Borken

Kämpfer mit rotem Kamm

Star im Hühnerstall: Mehrfach ausgezeichnet wurde dieser Hahn der Kampfhuhnrasse Moderne Englische Kämpfer, den Züchter Roland Jentzsch hier in den Armen hält. Fotos: zih

ALTENSTÄDT. Die Geflügelzucht ist in unserer Region nichts Ungewöhnliches. Doch der im Naumburger Stadtteil Altenstädt lebende Roland Jentzsch pflegt auf diesem Gebiet Genre ein nicht alltägliches Hobby: Der 44-Jährige züchtet Kampfhühner, und zwar die Rasse „Moderne Englische Kämpfer“.

Seit seiner Kindheit hat sich Jentzsch der Geflügelzucht verschrieben, die in seiner Familie Tradition besitzt. Er spezialisierte sich jedoch von Anfang an auf Kampfhühner. Die unterscheidet man in Züchterkreisen in große und kleine Kämpfer.

„Reich kann man mit der Züchtung von Kampfhühnern nicht werden.“

Roland Jentzsch

Nachdem der aus der Nähe von Torgau (Saschsen) stammende Züchter, der schon fünf Jahre vor der Wende in den Westen übersiedeln durfte, in seinen Volieren zuerst die Rassen Belgische Kämpfer sowie Shamo bevorzugte, hat er seit ein paar Jahren sein Züchterherz an zu den großen Kämpfern zählenden Modernen Englischen Kämpfern verloren.

Diese aus Malaien sowie altenglischen Kämpfern hervorgegangene Rasse ist, so der Fachjargon, ein „sehr hochgestelltes, feinliniges und schnittiges Huhn“ mit langem Hals, langen Beinen sowie hartem kurzem und festanliegendem Gefieder. Und: stolz in Haltung und Gang. Ronald Jentzsch: „Von diesen Eigenschaften bin ich einfach fasziniert“.

Derzeit hat der erfolgreiche Züchter, dessen Tiere auf nationalen Ausstellungen schon mehrfach ausgezeichnet wurden, streng nach den vorgegebenen gesetzlichen Bestimmungen einer artgerechten Haltung 20 Hühner in seinen Ställen, davon etwa ein Drittel Hähne, die eigentlichen Stars. Die müssen natürlich nicht in die Arena, denn hierzulande sind Hahnenkämpfe aus Tierschutzgründen verboten, sondern werden der Schönheit und Rassemerkmale wegen gehalten und gehen nur in den „Ring“, um prämiert zu werden.

In einem Zuchtjahr lässt der Altenstädter etwa 100 Küken mit Hilfe moderner Brutgeräte schlüpfen. Von denen erfüllen später nach den strengen Maßstäben der Interessengemneinschaft Deutscher Kampfhuhnzüchter aber nur zwischen fünf und zehn Prozent alle Kriterien eines erfolgreichen Zuchttieres. Die restlichen Hühner wandern in den Suppen- oder Bratentopf. Für sein Hobby investiert Jentzsch im Jahr für die viermalige Schluckimpfung sowie das Futter etwa 1000 Euro. Der Altenstädter: „Reich kann man mit der Züchtung von Kampfhühnern nicht werden. Im vorigen Jahr konnte ich nur vier Rassetiere zum Stückpreis von etwa 50 Euro verkaufen.“

Lohn aller Mühen dieses Hobbys, bei dem man auch nicht einfach Urlaub machen und die Tiere allein lassen kann, sind die bei Ausstellungen errungenen Bewertungen. (zih) HINTERGRUND

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