Keime im Trinkwasser: Auch  Kindergartenkinder wissen schon Bescheid

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In der Wolfhager Kita „Haus der kleinen Füße“ putzen Greta, Max, Nahla, Valentin und die anderen Kinder ihre Zähne mit abgekochtem Wasser. 

Am Freitag vergangener Woche waren Kolibakterien bei einer Routinekontrolle im Wolfhager Trinkwasser festgestellt worden.

Die Stadtwerke Wolfhagen können noch keine Entwarnung geben, was die Verunreinigung des Trinkwassers in der Kernstadt Wolfhagen, Viesebeck, Gasterfeld, Nothfelden, Niederelsungen, Philippinenburg und -thal sowie im Zierenberger Stadtteil Oberelsungen betrifft. Nach Auskunft von Matthias Boos, Sprecher der Wolfhager Stadtwerke, laufen die Untersuchungen derzeit auf Hochtouren. Bis auf Weiteres gelte das Abkochgebot für die betroffenen 5000 Haushalte.

Keime im Trinkwasser: Noch keine Entwarnung

Die gefundenen Kolibakterien sind nicht ungefährlich, weil sie außerhalb des Magen-Darm-Traktes Infektionen auslösen können. Gefährdet sind vor allem Säuglinge, Kinder, Senioren und Menschen mit schwachem Immunsystem.

Die Warnung der Stadtwerke hat zu einer erhöhten Nachfrage nach stillem Wasser geführt. „Der Absatz ist deutlich gestiegen“, berichtet ein Sprecher des Wolfhager Tegut-Marktes. Vor allem die Sechser-Träger seien begehrt. Durch regelmäßige Nachbestellungen sei es jedoch noch nicht zu einem Engpass gekommen. In einem anderen Markt waren gestern kurzzeitig die Ein-Liter-Flaschen ausgegangen. Doch auch hier sei die Nachbestellung auf dem Weg, sagte ein Sprecher. „Während des heißen Sommers war es schlimmer“, meint er. Erheblichen Aufwand durch das Abkochgebot haben derzeit Altenheime, Kindergärten und die Kreisklinik.

Keime im Trinkwasser führen zu extra-Arbeit in Seniorenheimen und Kindergärten

Im Oberelsunger Seniorenheim Haus Abendfrieden sei man seit der Nachricht am Freitag pausenlos im Abkoch-Einsatz, so Heim- und Pflegedienstleiterin Gertrud Degener. In großen Kochtöpfen wird das Wasser für Kaffee und Tee abgekocht. Dies gilt auch für die Nahrungsmittelzubereitung. Zum Trinken erhalten die Senioren Mineralwasser in Flaschen.

„Der Wasserhahn bleibt zu“, sagen die Kinder aus der Kita „Haus der kleinen Füße“ im Chor auf und wissen auch warum: „Das Wasser ist dreckig“. Ein Kind erklärt es genauer: „Da sind so Bakterien drin“. Zum Zähneputzen hat Erzieherin Wilma Finke eine Karaffe mit abgekochtem Wasser parat.

Auch in der Wolfhager Kreisklinik werde das Abkochgebot eingehalten, sagt GNH-Sprecherin Inga Eisel. Die Patienten seien informiert worden und erhielten zum Beispiel Mineralwasser in Flaschen, das sie auch zum Zähneputzen nutzen könnten. „Die Küche benutzt nur abgekochtes Wasser, beispielsweise auch zum Waschen von Gemüse. Die in der Kreisklinik genutzten Kaffeeautomaten erhitzen das Wasser auf sehr hohe Temperaturen“, so Eisel.

In der Wilhelm-Filchner-Schule wurde der Trinkwasserspender in der Pausenhalle vorübergehend außer Betrieb genommen.

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