Nach der Abwrackprämie: Autohändler rechnen mit Umsätzen wie im Jahr 2008

Kein Drama zu erwarten

Franziska Fuchs

Wolfhager Land. Die Abwrackprämie ist seit dem Jahreswechsel vom Tisch. Trotzdem bricht der Markt nach Aussage vieler Autohändler im Wolfhager Land nicht zusammen. Auch ihre Existenz sehen sie nicht bedroht.

„Es gibt auch ein Leben nach der Abwräckprämie“, sagt Franziska Fuchs, Geschäftsführerin des Autohauses Güde in Wolfhagen (Ford und Opel). „Natürlich war die Resonanz zu Zeiten der Prämie sehr gut. Jetzt verschiebt sich eben alles. Die Kunden schauen wieder mehr nach Gebrauchtwagen.“ Was die Ertragslage im laufenden Jahr betrifft, schaut Fuchs recht positiv in die Zukunft. „Ich denke, dass es so in die Richtung des Jahres 2008 gehen wird.“

2008 - das Jahr nach der Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent. Auch da machten Autohändlern die so genannten Vorkäufe im Jahr 2007 zu schaffen.

Nicht existenzbedrohend

Dass das Ergebnis 2010 tatsächlich vergleichbar sein wird mit der Ertragslage vor zwei Jahren, bezweifelt Klaus Fröhlich, Inhaber des Autohauses Fröhlich in Dörnberg (Suzuki). „Besser wird es auf keinen Fall, eher schlechter. Drei Prozent - die Ersparnis war damals nicht so extrem wie bei der Prämie“, sagt Fröhlich, bei dem das Geschäft „normal und wie vorher“ läuft. Die Lage sei nicht existenzbedrohend. „Aber wir müssen kämpfen“, gibt er offen zu. Ihm habe die Abwrackprämie viel Arbeit und viel Umsatz gebracht, jedoch sei aufgrund des extremen Wettbewerbs nicht viel Ertrag übrig geblieben. „Deutsche Hersteller haben mit ihren Rabatten den Markt kaputt gemacht. Die Kunden haben die Nachlässe bei uns verständlicherweise auch eingefordert. Da mussten wir oft von unseren Vorstellungen abgehen, um zu bestehen.“

Kämpfen muss sicherlich nicht nur Klaus Fröhlich. Einige Autohändler im Wolfhager Land wollten sich zu diesem Thema erst gar nicht äußern.

Positive Auswirkungen hat die Umweltprämie immer noch auf das Wolfhager Autohaus Ostmann (VW und Audi). „Bei uns stehen noch viele Auslieferungen an, da die Hersteller nicht nachgekommen sind“, sagt Karl-Heinz Arend, Verkaufsleiter VW. Er ist sehr zufrieden mit den Erträgen, die die Finanzspritze des Staates dem Autohaus Ostmann eingebracht hat. Ansonsten habe sich das Geschäft stabilisiert. Für 2010 erwartet er das Niveau von 2008.

So sieht es auch Michael Möller, Chef des Autohauses Möller in Balhorn (Renault). „Ich denke, dieses Jahr gibt es einen Knick. Ertragsmäßig wird es vergleichbar sein mit dem Jahr nach der Mehrwertsteuererhöhung.“ Fotos: Archiv/Saric

Von Esther Husung

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