Ministerium bestätigt: Anmeldungen an G8-Schulen sinken

Kein Turbo-Abi: Viele Schüler lernen länger

Wolfhager Land. Die auf acht Jahre verkürzte Gymnasialzeit (G 8) wird von immer mehr kooperativen Gesamtschulen in Hessen abgelehnt. 57 Schulen, also etwa jede zweite im Land, sind wieder zur neunjährigen Schullaufbahn (G 9) zum Abitur zurückgekehrt.

Das geht aus einer Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Brigitte Hofmeyer (Wolfhagen/Hofgeismar) hervor.

Auch die Einwahlzahlen in den G-8-Bereich gehen hessenweit rapide zurück. Das Kultusministerium habe eingestehen müssen, dass im Schuljahr 2010/2011 insgesamt 4200 Schüler weniger G 8 gewählt haben als noch 2007, erklärt Hofmeyer.

Seit Einführung des sogenannten Turbo-Abiturs habe der Rückgang in jedem Jahr im drei- bis vierstelligen Bereich gelegen, so die Abgeordnete, die Mitglied im Schulaussschuss des Landtages ist. Die Zahlen wertet Hofmeyer als Beweis dafür, dass G 8 von vielen abgelehnt wird.

Der Zierenberger Gesamtschule, an der es kein G8 gibt, sei es laut Schulleiterin Ute Wagner gelungen, ihre Schülerzahl zu steigern. Daraus könne man schließen, dass sich mehr Eltern gegen das G8-Modell entscheiden. „Der Unterricht mit G8 geht länger in den Nachmittag hinein“, so Wagner.

„Da überlegen viele Eltern, ob ihr Kind nicht besser mehr Zeit haben soll, beispielsweise in einen Sportverein zu gehen.“ Es sei wichtig, dass die Kinder Zeit haben, sich zu entwickeln.

An der Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen habe es seit der Einführung des G8-Modells bei der Anmeldung für das Gymnasium „normale Schwankungen“ gegeben, sagt Schulleiterin Rita Schmidt-Schales. Mit den Anforderungen durch G 8 kämen die Schüler zurecht. „Wir versuchen, die Schüler zu entlasten, indem wir Förderkurse anbieten.“ Auch sei der Stoff der Lehrpläne reduziert worden.

Rubriklistenbild: © Symbolbild/dpa

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