Kirche oder Bollerwagen? Heute ist Christi Himmelfahrt

Traditionelle Vatertagswanderung: In vielen Orten gehen nicht nur Männer in Gruppen auf Wanderung, sondern auch Familien wie hier in Osterode. Foto:  dpa/nh

Wolfhager Land. In die Kirche oder mit dem Bollerwagen durch die Lande ziehen? Der Feiertag Christi Himmelfahrt bezeichnet im christlichen Glauben die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel.

Es ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland seit den 1930-er Jahren. Im weltlichen Bereich entwickelte sich in Deutschland der Feiertag zum Vatertag, auch als Männertag oder Herrentag bezeichnet. An diesem Tag gibt es Bräuche wie die Herrenpartie (eine Kutschfahrt oder Wanderung in die Natur mit Konsum von Alkohol) oder Tagesausflüge mit der ganzen Familie.

„Auch heute feiern die Evangelischen Kirchengemeinden im Wolfhager Land miteinander kreativ den Himmelfahrtsgottesdienst häufig an markanten Orten im Freien, in der Schöpfung Gottes“, sagt Dekan Dr. Gernot Gerlach. Damit werden Wanderungen verbunden, so dass Gruppen von Männern und Familien zusammen dorthin aufbrechen, den Gottesdienst feiern, die häufig angebotene Mittagsstärkung genießen und ihre Wanderungen gestärkt fortsetzen.

Bei der Gestaltung der Festgottesdienste wirken vielfach Gruppen mit. Denn darum gehe es: Der österliche Glaube an Jesus Christus als dem Herrn der Welt stehe im Mittelpunkt, betont der Dekan. Damit werde der Glaube in seiner weitreichenden Bedeutung von Liebe und Hoffnung gestärkt.

„Die Kirchen begrüßen dabei vielfältige Begegnungen und heißen allen Gruppen willkommen, die an diesem Tag unterwegs sind. Deshalb finden viele Gottesdienste am Wege im Freien statt“, so Gerlach im Gespräch mit der HNA. Die Geschichte des Vatertages hat ihren Ursprung in den USA. Die Amerikanerin Sonora Louisa Dodd rief diesen Tag zu Ehren ihres Vaters ins Leben. Ihr Vater William Smart kämpfte im Sezessionskrieg (1861 - 1865) und gehörte zu den Bürgerkriegsveteranen.

Tief beeindruckt von ihrem Vater, der sich nach dem Tod seiner Frau ganz allein um die sechs Kinder kümmerte, wollte sich Sonora Louisa bei ihm für dessen Selbstlosigkeit und Fürsorge bedanken und organisierte mit Hilfe der örtlichen Geistlichkeit im Jahre 1910 die Bewegung zur Ehrung von Vätern. Nach Dodd sollten die Väter mit Geschenken, Gottesdiensten und gut zubereiteten Speisen gefeiert werden. In Deutschland wurde der Vatertag 1931 von einem Herrenausstatter mit dem Werbespruch „Schenkt Krawatten“ eingeführt.

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