Kirchenreform in der Region: Ein Dekanat wird schließen

Stadtkirche Wolfhagen. Foto:  nh

Wolfhager Land. Weitere Stellenstreichungen, weniger Geld für die Sanierung von Gebäuden, Veränderungen von Strukturen - wenn der angekündigte Sanierungsprozess der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) im Jahr 2026 abgeschlossen sein wird, dürfte sich auch im protestantischen Wolfhager Land ein tiefgreifender Wandel vollzogen haben.

Die weiter sinkenden Mitgliederzahlen und die damit verbundenen Ausfälle auf der Einnahmenseite zwingen die EKKW zu Sparmaßnahmen, die während der Landessynode Ende November in Morschen auf den Weg gebracht werden sollen. Schon bevor dort die Einsparungen in einer Größenordnung von rund 50 Mio. Euro bis 2026 - das entspricht etwa einem Viertel des Haushaltsvolumens - abgesegnet werden, geht man im Kirchenkreis den nächsten Schritt in Richtung Neuausrichtung: Die Kreissynode Wolfhagen hat am 6. November über den Zusammenschluss der Kirchenkreise Wolfhagen und Hofgeismar zu beschließen. Die Hofgeismarer Synodalen haben sich bereits für eine solche Fusion ausgesprochen. Kommt der Zusammenschluss, wird eines der beiden Dekanate geschlossen, und auch eine der beiden Dekan-Stellen wird gestrichen.

Gut im Plan liegt der Wolfhager Kirchenkreis in der bis 2017 laufenden ersten Abbauphase bei den Pfarrerstellen. 2,25 galt es im Wolfhager Land zu reduzieren. Dekan Dr. Gerlach: „Das haben wir abgearbeitet bis auf die Aufhebung einer halben Stelle in Zierenberg, die zum 1. Januar 2016 ausläuft“. Er weiß aber auch, dass in diesem Bereich 2017 die nächste Stufe gezündet wird. Um dies abzufedern, hat man sogenannte Nachbarschaften gegründet, enge Kooperationen zwischen Kirchengemeinden. Vier davon gibt es im Kirchenkreis Wolfhagen, der auf diesem Feld eine Vorreiterrolle in der EKKW spielt.

Von Norbert Müller

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