Kita-Streik vorerst ausgesetzt, ab Montag wieder Betreuung

Vorerst wird in Kindertagesstätten nicht mehr gestreikt: Schnuller von Kleinkindern hängen an einem Brett in einer Kindertagesstätte in Hannover (Niedersachsen). Foto:  dpa/nh

Wolfhager Land. Der Streik im Sozial- und Erziehungsdienst ist ausgesetzt, aber nicht beendet. Das teilt die Gewerkschaft Verdi mit. Trotz hartnäckiger Verhandlungen, die seit einer Woche laufen, kam es zu keinem Ergebnis und deshalb wurde eine Schlichtung zwischen dem Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften vereinbart.

„In den Verhandlungen haben die Arbeitgeber eine generelle Aufwertung der Arbeit der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst kategorisch abgelehnt“, sagte Gewerkschaftssekretärin Gisela Horstmann, Verdi Nordhessen. Diese Tarifrunde werde wie eine ganz normale Tarifrunde zur Eingruppierung behandelt und dabei der gesamte Kontext der gesellschaftlichen, sozialpolitischen und tarifvertraglichen Diskussion vollständig ignoriert, so Horstmann.

Michael Steisel

Während für Sozialarbeiter in den verschiedenen Beschäftigungsfeldern nichts angeboten wurde und bei den Beschäftigten in der Behindertenhilfe nur für eine Gruppe eine geringfügige Verbesserung stattfinden solle, waren die Arbeitgeber bereit, für die Erziehergruppe unter bestimmten Voraussetzungen Verbesserungen anzubieten. Allerdings solle die Grundeingruppierung mit einem Einkommen von zurzeit 2589 Euro nach dem Berufspraktischen Jahr und 3289 Euro brutto nach weiteren 16 Berufsjahren für Vollzeitbeschäftigte bestehen bleiben.

Gisela Horstmann

Auch Kitas im Wolfhager Land wurden bestreikt. Die Kommunen hatten Notbetreuungen eingerichtet. Eltern, die eine Notbetreuung in Anspruch genommen haben und bereits für eine Betreuung am Nachmittag gezahlt haben, sollen einen Teil der gezahlten Gebühren zurückerhalten, erklärte Michael Steisel (Söhrewald/SPD), Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisversammlung. Jenen Kommunen, deren Gebührensatzung keine Erstattung im Streikfall vorsieht, empfehlen die Bürgermeister eine Entscheidung durch die Parlamente. „Man muss auch eines sehen“, sagte Michael Steisel auf HNA-Anfrage am Freitag, „hier steht die Frage der Wertschätzung im Raum. Nur in wieweit sich das in Geld ausdrücken lässt, das ist schwierig.“

Steisel erklärte, dass er und die Bürgermeister der 29 Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel alle Mitarbeiter sehr wertschätzen würden. Die Frage der Wertigkeit der Arbeit sei schwierig zu definieren. Jetzt aber sei er gespannt auf das Schlichtungsverfahren und hoffe, dass es zu einer Annäherung und zum Ende des Streiks komme. Eltern könnten vorerst ihre Kinder wieder in einen geregelten Betrieb der Kindertagesstätten unterbringen.

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