Knalleffekte beim Tag der Freilichtbühne in Merxhausen

Rasender Brandstifter: Klaus Pitzecker lässt die Freilichtbühne in Flammen aufgehen. Fotos: zhf

Merxhausen. Es blitzt und knallt auf dem Gelände des Klosters Merxhausen. Rauch macht sich breit, hohe Flammen schlagen aus der Kulisse der im Garten liegenden Freilichtbühne, die die freche Pippi Langstrumpf nach ihrem Besuch in der vergangenen Spielzeit zurück gelassen hat. Auslöser: eine Stange Dynamit.

Der Brandstifter: Klaus Pitzecker.

Die Besucher des Tages der Freilichtbühne staunen nicht schlecht, verfolgen das turbulente Treiben dennoch ganz entspannt, wissen sie doch, dass es sich nur um eine Inszenierung handelt. Jörg und Jan Dzierzenga haben den Brand des hölzernen Bühnenhäuschens im Griff, wie auch die zahlreichen anderen Rauch- und Feuerexperimente, die sie am Sonntagnachmittag präsentieren.

Sie bieten den Theaterfans einen Blick hinter die Kulissen, erklären Effekte vom glühend-roten Bengalischen Feuer bis hin zum grellen Bühnenblitz. „Der kommt etwa zum Einsatz, wenn eine kleine Fee etwas zaubert“, sagt Jan Dzierzenga.

Wie sein Vater Jörg ist er auch er Pyrotechniker. Eine verantwortungsvolle Aufgabe im Klosterspiele-Team, ist hier schließlich äußerste Vorsicht geboten. Jeder darf es nicht knallen lassen, für den Job mit Knalleffekt müssen Lehrgänge besucht und Praxis nachgewiesen werden, um einen Erlaubnis- oder Befähigungsschein zu erwerben.

Den hat das hochexplosive Vater-Sohn-Gespann, anders würde es auch gar nicht gehen. „Um die Gefahren des hübsch-roten Bengalofeuer beispielsweise weiß spätestens jeder, seit sie von Fußballrüpeln in Stadien abgefeuert werden, das ist nicht ohne.“

Weniger gefährlich, dafür nicht minder farbenfroh, sind die Kostüme, mit denen sich die Besucher in schillernde Bühnengestalten verwandeln können, passende Schminke inklusive. Leonie Kraus entscheidet sich spontan für den blumigen Kopfschmuck der Madame Fleur aus „Die Schöne und das Biest“, passende Garderobe findet sie im reichhaltigen Klosterspiele-Fundus ebenfalls. Und wie Kostüme entstehen oder umgearbeitet werden, ist bei einem Nähkurs zu erfahren.

Aufwärmübungen, Bühnenführungen und vieles mehr geben zudem einen spannenden Einblick ins Theaterfach. Wem das noch nicht genug Kultur ist, der besucht kurzerhand noch die Galerie in der alten Wäscherei oder das Klostermuseum. Da gibt es ebenfalls viel zu entdecken, auch wenn es nicht blitzt und knallt.

Von Sascha Hoffmann

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