Bürgerinitiative und Grüne reagieren auf Stellungnahme von CDU-Mann Flörke

Kompromisslos und stur

Wolfhagen. Mit einem offenen Brief reagiert die Bürgerinitiative (BI) „Gegen die Windkraft in unsereren Wäldern“ auf die Äußerungen des Wolfhager CDU-Fraktionsvorsitzenden Helmut Flörke zum Thema Regionalplan und Windkraft in der Wolfhager Allgemeinen vom Montag.

Unter anderem wirft die BI Flörke vor, dass er offensichtlich die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen wolle: Auf ausdrücklichen Wunsch der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung inklusive der CDU-Fraktion sei der Rödeser Berg in den Regionalplan aufgenommen worden.

Trotz aller amtlicher Gutachten, die diesen Standort als ungeeignet ausweisen, und 2000 Einsprüchen in Wolfhagen halte Flörke bis heute „kompromisslos und stur“ an diesem Irrsinn fest. Die BI weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sogar der zuständige Planungsdezernent des Regierungspräsidiums erklärt habe: „Hätten die naturschutzfachlichen Gutachten vor Verabschiedung des Regionalplanes vorgelegen, wäre der Rödeser Berg nie als Windvorrangfläche ausgewiesen worden.“

Die BI macht Flörke in diesem Brief ferner den Vorwurf, die Tatsachen vollends auf den Kopf zu stellen. Er sei es gewesen, der behauptete habe, mit ihm gäbe es nur einen zusätzlichen Windkraftstandort im Wolfhager Land. Jetzt schiebe er der BI die Schuld dafür in die Schuhe, dass nun drei neue Flächen für mehr als ein Dutzend Windräder vorhanden seien. Es sei „an Dreistigkeit kaum zu überbieten“, der BI das Versagen der Stadtpolitik anzulasten.

Abschließend weist die Bürgerinitiative zum wiederholten Mal darauf hin, dass sie Alternativstandorte vorgeschlagen habe und dass die Mitglieder keine Windkraftgegner seien, sondern sich dafür einsetzten, Windräder mit Fingerspitzengefühl und landschaftsschonend in ein Energiekonzept einzubeziehen.

Auch die Wolfhager Grünen meldeten sich umgehend zu Wort. Der Grünen-Stadtverordnete Peter Kranz ist der Meinung, dass die Entscheidung der hessischen Landesregierung, den Regionalplan mit drei neuen Flächen für Windkraft zu genehmigen, Wolfhagens Gesamtentwicklung schaden werde. Zudem kritisierte er, dass SPD, CDU und Wolfhager Liste/FDP wortbrüchig geworden seien. Sie hätten die Konzentration auf einen Standort zugesagt und den Rödeser Berg beantragt, ohne Alternativen zu prüfen.

Bessere Wege zum Ziel

Die Grünen werden laut Kranz jedenfalls ihr Ziel dennoch nicht aus den Augen verlieren, dass in Wolfhagen in einigen Jahren die benötigte Energiemenge selbst erzeugt werde. Wer Energieeffizienz „wirklich ernst nimmt“, so Kranz weiter, müsse zuerst unwirtschaftliche Altanlagen modernisieren. Würde dies umgesetzt, wäre das energiepolitische Ziel „zusammen mit den anderen Energieformen bereits erreicht“.

Von Esther Husung

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