Baumkronen sind wieder dichter

Buchen im Landkreis geht es etwas besser

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Das Symbolbild zeigt einen Buchenwald in der Nähe von Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern. 

Wolfhager Land. Auch wenn es dem hessischen Wald in diesem Jahr etwas besser geht als noch 2016, bleibt das Grundproblem bestehen: So schnell wie sich das Klima wandelt, kommt der Wald nicht hinterher.

Nach den Ergebnissen des Waldzustandsberichts haben sich Benadelung und Belaubung der meisten Baumarten in 2017 in Hessen etwas erholt. Für den positiven Trend sind vor allem die Buchen verantwortlich.

Die Waldzustandserhebung deckt sich laut Sprecher von Hessen Forst, Uwe Zindel, mit der Situation im Landkreis Kassel. Zumal hier die Buche die dominierende Baumart ist und einen Anteil von 50 Prozent an der gesamten Waldfläche ausmacht. „Die Kronenverlichtung bei den über 60-jährigen Buchen hat sich um acht Prozent verbessert“, erklärt Zindel. Sie sank von 37 auf 29 Prozent.

Dennoch sei dies keine Entwarnung, weil sich die extreme Belastung der Buchen aus 2016 erst in den kommenden Jahren auswirke. Vom Frühjahr bis Ende August hatten die Bäume Trockenstress, verbunden mit einem extremen Fruchtbehang, der die Reserven so stark aufgebraucht hatte, dass die Buchen statt im Oktober bereits Ende August ihre Blätter abwarfen. Auch in diesem Jahr waren der April, Mai und Juni wieder zu trocken. Sorgen machen im Landkreis auch die Fichten wegen Borkenkäferbefalls und das Triebsterben der Kiefer. Die Eiche mache dagegen noch den vitalsten Eindruck und sei nicht das Sorgenkind der Waldwirtschaft in der Region, erklärt Zindel.

„Damit sich die Bäume regenerieren können, brauchen wir eine Reihe von Jahren mit guten Niederschlägen im April und Mai sowie kurze Trockenphasen in der Vegetationszeit“, so der Sprecher von Hessen Forst.

Probebäume geben Aufschluss 

Der Waldzustandsbericht erscheint jährlich und informiert über die Vitalität der Bäume unter sich ändernden Umweltbedingungen sowie über die Belastungsfaktoren für die Waldökosysteme. Er wird im Auftrag des hessischen Ministeriums durch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen erstellt. 

Bei der Erhebung werden die Stichprobenpunkte im Sommer von forstwirtschaftlichen Sachverständigen kontrolliert. An jedem Punkt sind feste Probebäume ausgewählt und dauerhaft markiert. An diesen Bäumen wird dann der Kronenzustand zur Beurteilung der Vitalität eines jeden Baumes bewertet.

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