Hass-Mails: Bundestagsabgeordnete Gottschalck und Viesehon werden oft beleidigt

Wird oft per Mail oder auch auf Facebook angegriffen: Bundestagsabgeordnete Ulrike Gottschalck.

Kreis Kassel. Justizminister Heiko Maas (SPD) und Grünen-Politiker Cem Özdemir haben Morddrohungen bekommen, in Maas’ Briefkasten lag sogar eine Neun-Millimeter-Patrone. Auch die heimischen Bundestagsabgeordneten Ulrike Gottschalck (SPD) und Thomas Viesehon (CDU) bekommen oft Hass-Mails.

„Ich werde mitunter heftig attackiert“, sagt Gottschalck. Per Mail oder auch über Facebook würden die Nachrichten kommen. In aller Regel, so die Abgeordnete, würde sich der Absender hinter einem Pseudonym verstecken.

Thomas Viesehon

Meistens seien die deftigen Nachrichten themenbezogen. „Extrem war es zu den Hochzeiten der Flüchtlingskrise“, sagt sie. Doch auch jetzt noch würden etwa zehn solcher „unterirdischen“ Mails wöchentlich in ihrem Postfach landen. Sie sieht einen Zusammenhang mit den Medien: Werde über ein Thema viel berichtet, kommen dazu auch zahlreiche Nachrichten. „Ich habe mir angewöhnt: Wer beleidigend schreibt, bekommt keine Antwort“, sagt Gottschalck. Das müsse sie sich nicht antun. Sie diskutiere gern, aber auf sachlicher Grundlage.

Auch Thomas Viesehon (CDU) bekommt Mails, „die unangebracht sind, in einem Ton, der sich nicht gehört“. Besonders häufig komme das vor, „wenn es um Themen geht, die polarisieren“. Beispielsweise bei den Flüchtlingen. Fast täglich seien beleidigende Nachrichten gekommen, als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt hatte.

Keine Antwort

Er fühle sich aber nicht bedroht und mache sich keine Sorgen, sagt Viesehon. „Dann hätten die Absender ja ihr Ziel erreicht.“ Eine Antwort bekommen Menschen, die nur Beleidigungen ausstoßen, auch von ihm nicht, sagt er. Dem ein oder anderen regelmäßigen Hass-Mail-Schreiber habe er auch schon nahegelegt, sich nicht mehr zu melden. „In deren Denkweise ist es sowieso nicht vorgesehen, dass der andere vielleicht Recht haben könnte“, sagt Thomas Viesehon. 

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